Bundestrainer Jürgen Klopp hat sich in der anhaltenden Debatte um DFB-Kapitän Joshua Kimmich klar positioniert und dabei scharfe Kritik an TV-Experte Michael Ballack geäußert. Am Rande des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Arsenal (2:2) am Mittwochabend bezeichnete der 59-Jährige eine Nachfrage zur Münchner Mittelfeldzentrale bei DAZN als „absolut pietätlos“, da Kimmich aufgrund eines familiären Trauerfalls fehlte.

Ballacks Frage sorgt für Unmut

Hintergrund der scharfen Reaktion war die Aufstellung des deutschen Rekordmeisters gegen die Londoner. Weil der 31-jährige Kimmich dem FC Bayern wegen eines Trauerfalls in der engen Familie nicht zur Verfügung stand, bildeten Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof das Mittelfeld-Duo. DAZN-Experte Ballack nahm dies zum Anlass, Klopp auf das Zusammenspiel der beiden Nachwuchskräfte in Abwesenheit des Kapitäns anzusprechen.

Den Bundestrainer störte dieser Vorstoß zum jetzigen Zeitpunkt massiv. Aus einer Situation, in der ein Spieler aus privaten Gründen fehlt, ein sportliches Thema zu konstruieren, verurteilte er deutlich. „Ich finde es absolut pietätlos, wenn wir da jetzt drüber reden, weil wir können das ja nicht machen, und dann anschließend wird ein Kimmich-Thema draus gemacht“, erklärte Klopp und fügte an: „Und Jo hat heute ganz andere Themen.“

Klares Bekenntnis zum DFB-Kapitän

Trotz seines Ärgers über die Frage ließ Klopp keinen Zweifel an der sportlichen Wertigkeit Kimmichs. Zwar bescheinigte er Pavlovic und Bischof, dass sie „Top-Partner“ seien, die überragend zusammenspielen könnten. Gleichzeitig betonte er aber den unangefochtenen Status seines Spielführers: „Jo Kimmich ist ein überragender Mittelfeldspieler, der in diesem Team immer einen Platz haben wird, also in unserem Team immer einen Platz haben wird.“

Damit reagiert Klopp auf eine anhaltende Diskussion, die seit der ersten Länderspielphase unter seiner Leitung Fahrt aufgenommen hatte. Zuletzt hatte unter anderem der frühere Nationaltorwart Oliver Kahn erklärt, dass Kimmich im DFB-Team nicht mehr zwingend einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld sicher habe. Auch andere Beobachter äußerten sich in der jüngeren Vergangenheit kritisch zur Rolle des Bayern-Stars. Für den Bundestrainer ist die Besetzung jedoch flexibel lösbar. Es funktioniere auch mit Kimmich sowie Spielern wie Felix Nmecha, Mika Bauer oder Yannik Engelhardt, die ihre Sache laut Klopp ebenfalls gut gemacht hätten.

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