Eintracht Frankfurt hat den Start in die neue Bundesliga-Saison komplett in den Sand gesetzt. Nach einer desaströsen 0:6-Niederlage bei RB Leipzig steht die Mannschaft von Trainer Adi Hütter bei mageren fünf Punkten und bereits 16 Gegentoren aus den ersten fünf Partien. Die Pleite in Sachsen sorgt nun für scharfe Worte der Spieler und erste personelle Konsequenzen.

Desolate Anfangsphase und scharfe Kritik

Bereits nach fünf Minuten lagen die Hessen mit 0:2 im Rückstand. Torhüter Noah Atubolu fand im Anschluss bei „Sky“ klare Worte für den Auftritt seiner Vorderleute. „Wie wir in dieses Spiel reingehen, ist unterirdisch“, monierte der Keeper. Die Art und Weise, wie die Mannschaft sich präsentiert habe, sei inakzeptabel. Atubolu fügte hinzu: „Wir verlieren hier 6:0, wofür wir uns schämen müssen. So darf es nicht weitergehen.“ Zeitweise habe er das Gefühl gehabt, Frankfurt stehe mit zwei Mann weniger auf dem Platz.

Auch in der Offensive offenbarte das Team Auflösungserscheinungen. Stürmer Jonathan Burkardt nahm dabei explizit die Leitwölfe in die Pflicht. „Die Führungsspieler haben wieder versagt“, bemängelte der Angreifer. Statt sich nach dem frühen Rückstand zu stabilisieren, habe laut Burkardt jeder mit seinem eigenen Kopf gespielt. Der Frust saß tief: „Mir tut es leid für meine Eltern, die extra nach Leipzig gekommen sind und sich so eine Scheiße angucken müssen.“

Hütter greift durch und wechselt Kapitän aus

Trainer-Rückkehrer Adi Hütter sah sich noch während der Partie zum Handeln gezwungen. Als deutliches Signal nahm der Coach seinen Kapitän Robin Koch bereits zur Halbzeit vom Feld. Der 30-Jährige erwischte, wie weite Teile der Mannschaft, einen schwachen Tag. „Ich habe Robin Koch auch deshalb ausgewechselt, weil mir die Leistung eines Führungsspielers nicht gereicht hat“, erklärte der Cheftrainer laut „Transfermarkt“ seine drastische Maßnahme. Das müsse ein Anführer auch einmal aushalten.

Die defensiven Defizite ziehen sich bei den Frankfurtern wie ein roter Faden durch die noch junge Spielzeit. Weder eine Dreier- noch eine Viererkette brachten in Leipzig die erhoffte Stabilität, was Erinnerungen an die anfällige Defensive unter den Vorgängern Dino Toppmöller und Albert Riera weckte. Hütter zeigte sich schwer enttäuscht: „Wenn man sich die Gegentore anschaut, waren sie viel zu einfach und viel zu billig. Das ist nicht bundesligatauglich.“

Leipzig spottet im Netz über die Hessen

Die historische Dimension der Niederlage sorgte derweil im Lager von RB Leipzig für Erheiterung. Bereits in der vergangenen Saison war Frankfurt mit exakt demselben 0:6-Ergebnis in Leipzig unter die Räder gekommen. Der sächsische Klub nutzte die Gelegenheit für einen Seitenhieb auf der Plattform „X“ und fragte im Netz provokant, ob dieses Resultat nun bereits Tradition habe.

Verwandte Beiträge