Nach der deutlichen Auswärtspleite bei RB Leipzig wächst bei Eintracht Frankfurt der Druck auf Sportvorstand Markus Krösche. Trotz eines bis Sommer 2028 datierten Vertrags mehren sich die Medienberichte über eine ungewisse Zukunft des 46-Jährigen. Im Zentrum der Kritik steht dabei die mangelhafte Kaderplanung der vergangenen Transferperiode.

Teure Baustellen in der Defensive

Dass die Frankfurter beim 0:6-Debakel in Leipzig völlig unter die Räder gerieten, offenbarte die aktuellen defensiven Schwächen schonungslos. Krösche hat zwar den vom Aufsichtsrat geforderten Transferüberschuss erwirtschaftet, allerdings bröckelt das sportliche Fundament. Wichtige Abgänge auf den defensiven Außenbahnen wie Nathaniel Brown oder Rasmus Kristensen wurden im Sommer nicht ansatzweise gleichwertig ersetzt.

Auch im Abwehrzentrum mangelt es an personellen Alternativen, während Kapitän Robin Koch derzeit nicht die gewohnte Stabilität ausstrahlt. Hinzu kommt, dass die millionenschweren Neuzugänge bislang nicht konstant liefern. Für das defensive Mittelfeld überwiesen die Hessen mehr als 20 Millionen Euro für Raphael Onyedika und Noel Aseko, zudem kostete Ersatzverteidiger Otavio knapp fünf Millionen Euro. Die sportliche Rendite dieser Investitionen lässt jedoch auf sich warten.

Schwindender Rückhalt in der Führungsetage

Nach einem trügerisch ruhigen September hat sich die Stimmungslage am Main komplett gedreht. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, gilt Krösche intern mittlerweile als Chef auf Abruf. Auch nach Informationen von „hr-sport“ und der „Bild“ ist die Zukunft des Managers mehr als ungewiss, von geheimen Plänen der Bosse ist die Rede. Die nach außen getragene Harmonie der Vereinsführung deckt sich offenbar nicht mit der internen Realität.

Diese Unruhe kommt für die Eintracht zur Unzeit, denn am 19. Oktober steht die ordentliche Mitgliederversammlung an. Wenig später wirft die kommende Transferphase, die vom 1. Januar bis 1. Februar 2027 geöffnet ist, ihre Schatten voraus. Hinter vorgehaltener Hand werden dem Vernehmen nach bereits verschiedene Zukunftsszenarien diskutiert. Dass Krösche seinen bis 2028 laufenden Vertrag erfüllt, gilt dabei derzeit als die unwahrscheinlichste Variante – eine Trennung im kommenden Sommer erscheint deutlich realistischer.

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