Nach einem schweren Fehler von Manuel Neuer beim Auswärtsspiel des FC Bayern München in Augsburg diskutiert die Öffentlichkeit über einen vorzeitigen Torwartwechsel. Der ehemalige Münchner Profi Dietmar Hamann kritisiert die Forderungen nach einem dauerhaften Einsatz von Herausforderer Jonas Urbig scharf und verteidigt den 40-jährigen Weltmeister.

Rückschlag in Augsburg befeuert Torwart-Diskussion

Beim 2:2-Unentschieden am vergangenen Samstag kassierte Manuel Neuer das schnellste Gegentor in der Geschichte der Bundesliga. Der frühe Patzer gegen den FC Augsburg brachte den Tabellenführer direkt in Rückstand und entfachte sofort eine hitzige Debatte. Zahlreiche Beobachter stellen seither die Frage, ob der Routinier seinen Stammplatz im Kasten des Rekordmeisters räumen muss.

Als möglicher Nachfolger steht Jonas Urbig bereit. Doch bislang belässt der FC Bayern München den 23-Jährigen auf der Bank. Genau diesen Status quo befürwortet Dietmar Hamann ausdrücklich.

Hamann nennt Kritik an Neuer heuchlerisch

In seinem „Sky“-Podcast äußerte sich der Fußballexperte deutlich zur aufkommenden Torwartfrage. Hamann nannte die Diskussion um den Weltmeister von 2014 heuchlerisch. Er habe für die Forderungen keinerlei Verständnis, da exakt dieselben Kritiker vor sechs Monaten noch lautstark eine Nominierung Neuers für die Weltmeisterschaft verlangt hätten.

Der langjährige Schlussmann sei heute kein anderer Torhüter als vor einem halben Jahr. Fehler würden bei dem Torwart aufgrund seines fortgeschrittenen Alters mittlerweile doppelt und dreifach beäugt. Trotz des jüngsten Aussetzers stuft der TV-Experte den langjährigen Rückhalt der Münchner weiterhin als absolute Spitzenklasse ein.

Zweifel an der sofortigen Reife von Jonas Urbig

Gleichzeitig tritt Hamann bei der Personalie Jonas Urbig kräftig auf die Bremse. Die Idee, den jungen Herausforderer sofort zur Nummer eins zu machen, hält er für völlig überzogen. Nur weil der Keeper in der Vergangenheit ein oder zweimal ordentlich in der Nationalmannschaft agiert habe, reiche das noch nicht für eine dauerhafte Beförderung. Urbig solle stattdessen von der Konstellation mit Neuer lernen und weiterhin gezielt seine Spiele bekommen.

Ob der 23-Jährige überhaupt das Zeug zur unumstrittenen Stammkraft beim Rekordmeister hat, lässt der Experte bewusst offen. Bis zur endgültigen Klärung der Zukunftsfrage dürfte allerdings nicht mehr allzu viel Zeit vergehen. Hamann rechnet fest damit, dass der Stammtorwart am Ende der laufenden Saison seine aktive Karriere beendet.

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