Nach einer schweren familiären Woche ist Joshua Kimmich am Samstag beim Bundesliga-Klassiker gegen Borussia Dortmund in die Startelf des FC Bayern München zurückgekehrt. Der Mittelfeldspieler hatte wegen des plötzlichen Todes seines Vaters drei Pflichtspiele verpasst. Nach der Partie sprach der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft erstmals über seinen Verlust.

Die Rückkehr auf den Rasen stellte für den Bayern-Akteur eine emotionale Herausforderung dar. Wenn er auf dem Platz stehe, sei das genau die Zeit, in der er am meisten an seinen Vater denken müsse, erklärte Kimmich nach dem Schlusspfiff in der Allianz Arena.

Rückkehr auf den Platz als Halt in der Trauer

Er betonte, wie sehr sein Vater Berthold, der in der Vorwoche im Alter von 57 Jahren verstarb, ihn sportlich und menschlich geprägt habe. Sein Vater habe immer an seiner Seite gestanden und auch in Phasen an ihn geglaubt, in denen er selbst es nicht getan habe. Dennoch betonte Kimmich, dass der Fußball helfe. Es sei wichtig gewesen, den Weg zurück in den normalen Alltag zu versuchen.

Man wünsche sich zwar manchmal, dass die Welt für einen Moment stehenbleibe, aber sie drehe sich weiter. Der Zusammenhalt im Umfeld des Sports gab Kimmich spürbaren Halt. Er bedankte sich ausdrücklich für die Beileidsbekundungen, die ihn und seine Familie erreichten. Die Anteilnahme vom Verein, dem Deutschen Fußball-Bund und den Menschen in seinem Umfeld habe ihm sehr viel bedeutet.

Solidarität auf dem Rasen und Stolz bei den Bossen

Nach dem Abpfiff des Klassikers gegen Borussia Dortmund zeigten sich besondere Szenen. Gegenspieler wie Nico Schlotterbeck nahmen den Münchner auf dem Feld tröstend in den Arm. Der Respekt für den Nationalspieler zog sich dabei über die Vereinsgrenzen hinweg.

Auch die sportliche Leitung des FC Bayern fand anerkennende Worte für den Auftritt nach der kurzen Pause. Sportvorstand Max Eberl äußerte sich bei „Sky“ tief beeindruckt von Kimmichs Haltung. Er sei einfach stolz, einen solchen Akteur im Verein zu haben. Das Leben der Familie habe sich durch den Schicksalsschlag gravierend verändert, doch Kimmich habe auf dem Feld als Leader agiert. Dies habe Eberl nach eigenen Angaben extrem imponiert.

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