Nach fast zwei Jahrzehnten an der Seitenlinie geht eine der außergewöhnlichsten Epochen im deutschen Profifußball zu Ende. Trainer Frank Schmidt wird den 1. FC Heidenheim im kommenden Sommer auf eigenen Wunsch hin verlassen und seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Dies gab der Verein am Dienstagabend bekannt, berichtet die Sportschau.

„Brauche eine Pause“ – Schmidt schließt vorerst mit dem Fußball ab

Der 52-Jährige informierte den FCH-Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald am Montag in einem persönlichen Gespräch über seine finale Entscheidung. Der Klub hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv um einen Verbleib seines Erfolgstrainers bemüht. Dennoch erklärte Schmidt laut einer Vereinsmitteilung: „In den letzten Wochen ist bei mir jedoch der Entschluss gereift, dass es an der Zeit ist, eine Entscheidung zu treffen – auch hinsichtlich der Planungsfähigkeit des FCH.“

Nach fast 20 Jahren im Amt sehnt sich der dienstälteste Trainer des deutschen Profifußballs nach Erholung. Er betonte, im Sommer einfach eine Pause machen zu wollen. Was ab dem 1. Juli passiere, spiele für ihn derzeit keine Rolle. Im Gegenteil: „Das verbiete ich mir bis dahin selbst“, stellte der Heidenheimer klar.

Bis zum Saisonende wolle er noch einmal alles für den maximalen Erfolg an der Ostalb geben. „Wir haben gemeinsam als FCH über viele Jahre eine einzigartige Geschichte geschrieben, aber das letzte Kapitel ist noch nicht zu Ende“, blickte der 52-Jährige auf die kommenden Wochen voraus.

„Riesige Veränderung“ – Von der Oberliga bis in den Europapokal

Der Weg Schmidts mit seinem Heimatverein ist im modernen Fußball beispiellos. Im Jahr 2007 übernahm er den Posten zunächst interimsweise in der damaligen Oberliga. In den folgenden Jahren führte der Coach die Schwaben kontinuierlich nach oben – bis zum historischen Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 2023 und dem anschließenden Einzug in die Conference League.

Für Heidenheims Vorstandschef Sanwald stellt der bevorstehende Abschied eine tiefe Zäsur dar. „Ohne Frank als Cheftrainer wäre unsere sportliche Entwicklung aus dem Amateurbereich bis in die Bundesliga und den Europapokal so überhaupt nicht möglich gewesen“, erklärte der Funktionär. Franks Entscheidung markiere eine immense Veränderung für den gesamten Verein.

Die kommenden Monate sollen nun ganz im Zeichen der Dankbarkeit stehen. Der Mannschaft und den Fans bleiben noch mindestens 24 Spiele, um den scheidenden Übungsleiter gebührend zu verabschieden. „Wir haben jetzt noch die Möglichkeit, Frank gemeinsam den größtmöglichen Abschied zu bereiten, den er sich als Trainer und Mensch in unserem Verein verdient hat“, betonte Sanwald abschließend.

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