TSV 1860 München beantragt Insolvenz – Regionalliga-Start gesichert
Der sportliche Absturz gipfelt in der Zahlungsunfähigkeit: Die Löwen melden für ihre KGaA offiziell Insolvenz an.
Paukenschlag in Giesing: Der TSV 1860 München steht vor einem radikalen Einschnitt in seiner Vereinsgeschichte. Wie Präsident Gernot Mang auf der jüngsten Mitgliederversammlung am Sonntag ankündigte, wird die ausgegliederte KGaA voraussichtlich in der kommenden Woche Insolvenz anmelden müssen. Trotz der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Spielbetriebsgesellschaft soll der Start der ersten Mannschaft in der Regionalliga jedoch nicht gefährdet sein. Der Traditionsklub plant einen vollständigen Neuanfang ohne Investor.
Die Entscheidung markiert das Ende einer hochgradig turbulenten Ära. Mang machte vor den Mitgliedern unmissverständlich klar, dass man sich nach eineinhalb Jahrzehnten von dem bestehenden Investorenmodell verabschiede. Die Zusammenarbeit mit dem jordanischen Geschäftsmann Hasan Ismaik, der 60 Prozent der Anteile an der KGaA und der Merchandising GmbH hält, bezeichnete der 57-jährige Klub-Boss rückblickend als klares Missverständnis.
Zuletzt hatte die e.V.-Seite noch versucht, die Anteile Ismaiks für eine Millionenbetrag zurückzukaufen. Da der Unternehmer auf die Verhandlungsangebote jedoch nicht ernsthaft eingegangen sei, bleibe nun der Gang zum Insolvenzgericht als unausweichliche Konsequenz. Eine Einigung in allerletzter Sekunde schloss Mang zwar nicht kategorisch aus, die Weichen sind jedoch klar auf Trennung gestellt.
Sportlich sollen die Münchner Löwen die Turbulenzen weitgehend unbeschadet überstehen. Um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, plant der Verein die Gründung oder den Erwerb einer neuen Gesellschaft. Damit soll gewährleistet werden, dass die Mannschaft in der kommenden Spielzeit regulär in der Regionalliga antreten kann.
Finanziell blickt der Klub trotz eines ausgewiesenen Minus von knapp 415.000 Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 ambitioniert in die Zukunft. Das erklärte Ziel des Präsidiums ist es, künftig komplett schuldenfrei zu agieren. Je nach anfallenden Anwalts- und Gerichtskosten rechnet Schatzmeister Heinz Schmidt für das laufende Jahr sogar mit einem leichten Plus.
Trotz der prekären Lage der KGaA zeigte sich Präsident Mang äußerst kämpferisch und erntete dafür großen Applaus der anwesenden Mitglieder. Für ihn bietet die aktuelle Krise die größte Chance für den TSV 1860 München seit vielen Jahren. Es gehe nun darum, die Zukunft des Klubs endlich wieder selbstbestimmt in die eigenen Hände zu nehmen.
In den kommenden Wochen soll endgültige Klarheit herrschen, um eine schlagkräftige Truppe für die Regionalliga aufzubauen. An die Adresse der Zweifler schickte Mang eine klare Kampfansage: Der Verein lebe stärker denn je, der Löwe zerreiße seine Fesseln und zeige wieder Zähne. Für Fans und Beobachter brechen an der Grünwalder Straße nun entscheidende Tage an.
Der sportliche Absturz gipfelt in der Zahlungsunfähigkeit: Die Löwen melden für ihre KGaA offiziell Insolvenz an.
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