Der VfB Stuttgart steckt nach der 2:3-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach tief in der Krise. TV-Experte Dietmar Hamann sieht bei den Schwaben ein massives Einstellungsproblem und warnt vor aufkommender Arroganz. Auch intern wächst die Unzufriedenheit über die aktuellen Auftritte.

„Leichte Überheblichkeit“ beim Vizemeister

Fünf Niederlagen stehen bei den Stuttgartern in der laufenden Spielzeit bereits zu Buche. Die einzigen Siege feierte das Team daheim gegen Köln und etwas glücklich in Paderborn, wie Dietmar Hamann am Samstag bei „Sky“ analysierte. Der Ex-Nationalspieler vermutet nach dem jahrelangen Aufwärtstrend einen gefährlichen Spannungsabfall bei einigen Akteuren.

Manche Spieler würden auf dem Platz fünf bis zehn Prozent weniger investieren. Hamann stellte klar, dass diese Herangehensweise im Profifußball nicht funktioniere, selbst gegen ein Tabellenschlusslicht ohne vorherigen Punktgewinn.

Cheftrainer Sebastian Hoeneß bezeichnete die Niederlage vom Freitagabend als verdient und hob explizit die Kampfbereitschaft der Gladbacher hervor. Für Hamann war diese öffentliche Aussage ein unmissverständlicher Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung der eigenen Mannschaft.

Stuttgarter Offensive in der Pflicht

Trotz eines qualitativ hochwertigen Kaders rufen die Schwaben ihr Potenzial auf dem Rasen aktuell nicht ab. Hamann verwies auf die große Auswahl im Angriff, wo Nationalspieler Deniz Undav gegen Mönchengladbach zunächst nur auf der Bank saß. Bislang sorgt fast ausschließlich Ermedin Demirovic zuverlässig für Treffer.

Der Bosnier schnürte gegen Gladbach einen Doppelpack, fand nach dem Abpfiff jedoch scharfe Worte für seine Mitspieler. Jeder müsse sich an die eigene Nase fassen und prüfen, ob er in schwierigen Momenten wirklich alles aus sich herausholt.

Die Mannschaft dürfe nicht nur schönen Fußball spielen, wenn es von alleine laufe, forderte der Angreifer. Demirovic betonte sichtlich enttäuscht, dass die Leistung schlicht nicht ausgereicht habe. Die Schwaben müssen nun schleunigst einen Weg finden, um wieder an die herausragende Form der vergangenen Saison anzuknüpfen.

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