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Union Berlin hat im packenden Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga nach einem 0:2-Rückstand enorme Moral bewiesen und sich ein 2:2 gegen den 1. FC Köln gesichert. Damit holen die Köpenicker gleichzeitig den ersten wichtigen Punkt unter der Leitung von Cheftrainerin Marie-Louise Eta.

Köln eiskalt: Ex-Unioner schockt die Alte Försterei

Vor der Partie hatte Marie-Louise Eta ihre Mannschaft noch gewarnt, nicht von Beginn an den Kopf zu verlieren und ins offene Feuer zu rennen. Zunächst hielten sich die Hausherren an diese taktische Vorgabe. In einem anfänglichen Abtasten überließen die Berliner den Gästen aus dem Rheinland zwar den Ballbesitz, hielten den eigenen Strafraum aber dicht. Die erste große Torchance gehörte sogar den Eisernen, als Aljoscha Kemlein (23.) nach einem abgefälschten Ball aus der Distanz unbedrängt knapp am Tor vorbeischoss.

Doch nach einer witterungsbedingten Trinkpause bei sommerlichen 26 Grad in der Hauptstadt schlugen die Kölner zu. Nach einer herrlichen Kombination über Said El Mala und Jakub Kaminski legte Luca Waldschmidt auf Marius Bülter quer. Ausgerechnet der Ex-Unioner traf aus rund 20 Metern traumhaft zur Führung (33.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff rettete Diogo Leite in höchster Not gegen einen einschussbereiten Waldschmidt und verhinderte so einen Kölner Doppelschlag vor dem Kabinengang.

Rothe und Burcu retten Union Berlin das Remis

Nach dem Seitenwechsel blieben die Gäste zunächst das gefährlichere Team. Bei Union fehlte es an Genauigkeit, defensiver Konsequenz und offensiver Durchschlagskraft – Schwächen, die im Abstiegskampf sofort bestraft werden. In der 61. Minute lief sich El Mala im Strafraum frei und erhöhte mühelos auf 2:0 für die Mannschaft von Trainer René Wagner.

Als bereits laute „Aufwachen“-Rufe der heimischen Fans durch die Alte Försterei hallten, zeigte der Hauptstadtklub endlich die geforderte Reaktion. Eine punktgenaue Ecke von Kapitän Christopher Trimmel fand den Kopf von Tom Rothe, der in der 73. Minute den erlösenden Anschlusstreffer markierte. Die Berliner drängten in der Schlussphase auf den Ausgleich, und kurz vor dem Abpfiff war es schließlich Livan Burcu (89.), der das Comeback vollendete und das Stadion zum Beben brachte.

Das große Rechnen im Abstiegskampf geht weiter

Trotz der eindrucksvollen Aufholjagd lassen beide Teams wichtige Zähler im Kampf um den vorzeitigen Klassenerhalt liegen. Der 1. FC Köln verpasste die fast sichere Rettung und steht mit 32 Punkten derzeit einen Zähler hinter Union. Der Vorsprung der Rheinländer auf die direkten Abstiegsränge beträgt vorerst solide sechs Punkte.

Für die Mannschaft von Marie-Louise Eta richten sich die Blicke nun gespannt auf die Sonntagsspiele der Konkurrenz. Verliert der FC St. Pauli gegen den FSV Mainz 05 und lässt parallel der VfL Wolfsburg beim SC Freiburg Punkte liegen, könnten die Berliner den Ligaverbleib am Wochenende sogar doch noch auf der Couch feiern. Andernfalls geht das nervenaufreibende Rechnen in die nächste Runde.

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