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Belgien steht nach einem atemberaubenden 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Senegal im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft. Im Stadion von Seattle bewiesen die Europäer bemerkenswerte Comeback-Qualitäten und drehten in den Schlussminuten einen fast schon sicheren 0:2-Rückstand in einen dramatischen Erfolg.

Spätes Erwachen rettet die Roten Teufel

Lange Zeit sah die Elf von Nationaltrainer Rudi Garcia wie der sichere Verlierer aus. Bis zur 86. Minute lagen die Afrikaner durch Treffer von Habib Diarra (25.) und Ismaila Sarr (51.) völlig verdient mit 2:0 in Front. Doch dann schlug die Stunde der belgischen Offensive: Erst hauchte Routinier Romelu Lukaku seinem Team mit dem Anschlusstreffer (86.) neues Leben ein, bevor Youri Tielemans (89.) den Ball zum späten 2:2-Ausgleich über die Linie drückte.

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In der Nachspielzeit der Verlängerung (120.+5) krönte Tielemans die Aufholjagd schließlich per Foulelfmeter mit dem entscheidenden 3:2-Siegtreffer. „Wir haben am Ende Charakter gezeigt – den brauchst du in solchen Spielen“, lobte der 33-jährige Lukaku die Moral seiner Mannschaft. Er betonte, dass intensives Pressing und der Drang auf den zweiten Ball letztlich den Unterschied gegen taktisch und physisch enorm starke Senegalesen gemacht hätten.

Physischer Einbruch stoppt brillante Westafrikaner

Für den Senegal endete das Sechzehntelfinale denkbar bitter. Trainer Pape Thiaw zeigte sich nach dem Schlusspfiff tief enttäuscht: „Es tut verdammt weh.“ Er räumte ein, dass seiner Mannschaft in der Schlussphase schlichtweg die Kräfte schwanden und die späten Gegentore für erhebliche Verunsicherung sorgten. Zuvor hatten die Senegalesen die Partie dominiert.

Belgiens Coach Rudi Garcia wollte die desolate Leistung seiner Elf in den ersten 85 Minuten gar nicht erst kommentieren und gab sich am Spielfeldrand grimmig. Zu viele Stockfehler im Aufbau und fehlende Zweikampfhärte prägten zunächst das Spiel der Belgier, die im Vorfeld noch mit einem 5:1-Schützenfest gegen Neuseeland geglänzt hatten.

Erste Flitzer-Premiere der WM sorgt für Unterbrechung

Abseits des sportlichen Dramas bot die Begegnung ein weiteres Novum bei dieser Weltmeisterschaft. Nach der ersten Trinkpause stürmten drei junge Fans den Rasen, darunter einer im belgischen Trikot. Das Trio konnte nach einer kurzen Verfolgungsjagd von den Sicherheitskräften gestellt und aus dem Innenraum eskortiert werden.

Glück im Unglück hatten die Belgier zudem bei einer unfreiwillig kuriosen Aktion von Ismaila Sarr. Nach einer Hereingabe von Ismail Jakobs in der ersten Halbzeit vergab Sarr die große Chance auf das frühe 2:0 kläglich – ein Fehlschuss, der die historische Aufholjagd der Roten Teufel im Nachhinein überhaupt erst möglich machte.

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