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Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag mehrheitlich grünes Licht für eine mögliche Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele gegeben. Gegen den Widerstand der Grünen und Linken verabschiedete das Parlament das offizielle Konzept, das die Bundeshauptstadt als Zentrum einer überregionalen Kandidatur für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 positioniert.

Milliarden-Projekt mit klaren Visionen

„Unsere Bewerbung ist ein echtes Zukunftsversprechen für künftige Generationen“, betonte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) während der 90-minütigen Debatte. Die Spree-Metropole plant, sich nicht allein, sondern in einem Verbund mit Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zu bewerben. Die absolute Mehrheit der Wettkämpfe soll jedoch in der Hauptstadt ausgetragen werden.

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Die finanzielle Dimension des Mega-Events ist gewaltig. Die amtierende CDU-SPD-Koalition rechnet in ihrem aktuellen Finanzkonzept mit Ausgaben von rund 6,5 Milliarden Euro. Demgegenüber stehen erwartete Einnahmen von 420 Millionen Euro, die direkt in den Berliner Breitensport fließen sollen. Wichtiges Detail: Die potenziell massiven Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen sind in dieser Kalkulation noch nicht enthalten.

Neue Sportstätten und ein spektakuläres Eröffnungskonzept

Sportlich sieht sich die Millionenstadt gut gerüstet. Der Senat verweist auf eine ausreichende Anzahl an Sportstätten, räumt jedoch einen umfassenden Modernisierungsbedarf ein. Als Leuchtturmprojekt ist eine neue, olympiataugliche Schwimmarena direkt neben dem altehrwürdigen Olympiastadion geplant – Kostenpunkt: rund 100 Millionen Euro. Das olympische Dorf soll indes im Westen Charlottenburgs entstehen und nach den Spielen dem stark angespannten Berliner Wohnungsmarkt zugutekommen.

Für internationales Aufsehen dürften die Pläne rund um die Eröffnungsfeier sorgen. Das Konzept sieht vor, das weitläufige Tempelhofer Feld als Bühne zu nutzen und eine begehbare Rampe direkt auf das weltberühmte Brandenburger Tor zu integrieren.

Politische Widerstände und die Gefahr des Volksentscheids

Trotz der Euphorie in der Regierungskoalition gibt es heftigen Gegenwind. Linke und Grüne lehnen das Vorhaben kategorisch ab und warnen vor unkalkulierbaren finanziellen Risiken angesichts einer ohnehin angespannten Haushaltslage.

Zudem droht der Bewerbung ein spätes K.o. durch die eigene Bevölkerung. Zwar verzichtete die Politik auf eine direkte Bürgerbefragung im Vorfeld und setzte stattdessen auf ein Beteiligungsverfahren, doch Olympia-Gegner mobilisieren bereits für einen Volksentscheid. Da dieser voraussichtlich erst 2027 stattfinden würde, ergibt sich ein bizarres Szenario: Die Hauptstadt könnte im September 2024 offiziell zum deutschen Olympia-Kandidaten gekürt werden, nur um das Projekt im Folgejahr per Wählervotum wieder beerdigen zu müssen.

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