IOC reformiert Olympia-Vergabe 2036 – Entscheidung für Deutschland fällt 2029
Das IOC ändert den Vergabeprozess für Olympia 2036. Die endgültige Entscheidung über die deutsche Bewerbung fällt im Jahr 2029.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) vollzieht eine historische Kehrtwende: Auf der Generalversammlung in Lausanne wurde beschlossen, dass künftig jeder Olympia-Teilnehmer eine garantierte Prämie von 10.000 Dollar (rund 8.800 Euro) erhält. Diese Regelung greift bereits für die kommenden Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo und beendet eine jahrzehntelange Debatte um die faire Entlohnung der Athleten.
Bislang gingen viele Athleten, die nicht zu den absoluten Top-Favoriten gehörten, bei den Olympischen Spielen finanziell leer aus. Das ändert sich nun grundlegend. Das IOC richtet alle vier Jahre einen Fonds in Höhe von 140 Millionen Dollar (etwa 123 Millionen Euro) ein. Nach Angaben der Dachorganisation sind nach jeweils einer Ausgabe von Sommer- und Winterspielen rund 14.000 Sportlerinnen und Sportler berechtigt, diesen Zuschuss abzurufen.
Pau Gasol, Vorsitzender der IOC-Athletenkommission, begrüßte die Entscheidung euphorisch. Die Prämie richte sich ganz bewusst nicht nur an Medaillengewinner oder Starter aus finanzstarken Nationen. Vielmehr sei der Beschluss ein Sieg für jeden Einzelnen und werde die olympische Bewegung nachhaltig stärken, betonte der spanische Ex-Basketballer.
Der unerwartete Geldregen kommt nicht ohne Vorgeschichte. In der Vergangenheit hatte sich der Ringe-Zirkel vehement dagegen gewehrt, direkte Preisgelder auszuschütten. Noch vor kurzem betonte IOC-Vertreterin Kirsty Coventry, dass sie nicht daran glaube, Athleten bei Olympia zu bezahlen. Diese Haltung sorgte in Sportlerkreisen für massive Kritik.
Zusätzlich wuchs der Druck durch externe Formate. Die umstrittenen Enhanced Games, bei denen sogar Doping freigegeben ist, lockten zuletzt bei ihrer Premiere in Las Vegas mit enormen Summen. Der deutsche Schwimmer Marius Kusch konnte dort beispielsweise einen Siegerbonus von 250.000 Euro einstreichen. Diese Entwicklungen zwangen das IOC offensichtlich zum Handeln, um die Attraktivität der eigenen Spiele zu wahren und einen Kompromiss zu finden, der auch Athleten fernab der Medaillenränge absichert.
Die Auszahlung der 10.000-Dollar-Prämie ist an strenge Bedingungen geknüpft. Das Geld wird transparent über die jeweiligen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) transferiert und darf ausdrücklich nicht von anderen nationalen Fördergeldern oder Prämien abgezogen werden.
Einen strikten Riegel schiebt das IOC zudem jeglichem Betrug vor: Im Falle von Dopingvergehen oder anderen schwerwiegenden Regelverstößen erlischt der Anspruch auf die Zahlung sofort. Sollte eine Athletin oder ein Athlet freiwillig auf den Betrag verzichten, fließt das Geld nicht ans IOC zurück, sondern verbleibt im Topf, um zukünftigen Generationen zugutezukommen.
Das IOC ändert den Vergabeprozess für Olympia 2036. Die endgültige Entscheidung über die deutsche Bewerbung fällt im Jahr 2029.
Olympiasiegerin Caster Semenya kritisiert die neuen genetischen Geschlechtstests des IOC für Los Angeles 2028 scharf.
Das IOC führt verpflichtende Geschlechtertests für Athletinnen ein und verbietet Transfrauen den Start bei den Frauen.