Deutschland wird sich mit München um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele der Jahre 2036, 2040 und 2044 bewerben. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag in Baden-Baden setzte sich die bayerische Landeshauptstadt gegen das Konzept aus Köln-Rhein-Ruhr durch.

Eindeutiges Votum nach kurioser Panne auf der Bühne

Die Entscheidung fiel mit 91 zu 50 Stimmen letztlich überraschend deutlich zugunsten von München aus. Vor der offiziellen Verkündung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier leistete sich DOSB-Präsident Thomas Weikert jedoch einen kleinen Fauxpas. Wie die „Sportschau“ berichtet, hielt Weikert den Umschlag so unglücklich, dass der Siegername für die bayerische Delegation um Ministerpräsident Markus Söder und Oberbürgermeister Dominik Krause bereits vorab auf der Bühne lesbar war.

Weikert quittierte das Missgeschick mit einem knappen Zitat: „Mein Gott, shit happens“. Dank des deutlichen Vorsprungs von 41 Stimmen blieb der Fehler eine bloße Randnotiz der Versammlung. Das klare Ergebnis neutralisierte gleichzeitig potenzielle Kritik an den Wahlmodalitäten. So durften sieben Wintersportverbände insgesamt 21 Stimmen abgeben, obwohl diese an Sommerspielen sportlich nicht beteiligt sind.

Diskrepanz bei der DOSB-Bewertung rückt in den Hintergrund

Vor der Wahl hatte die interne Evaluierung der Konzepte für Erstaunen gesorgt. Gemessen an den vom DOSB entwickelten objektiven Kriterien schnitt Köln-Rhein-Ruhr besser ab, insbesondere im Bereich der internationalen Strahlkraft. DOSB-Vorstandsvorsitzender Otto Fricke begründete diese Einschätzung mit der strengen Bewertungssystematik des Verbands.

Dennoch sicherte sich München bereits im vorläufigen Gesamtergebnis mit 87 von 100 möglichen Punkten den knappen Sieg. Das bayerische Konzept erhielt von den Olympischen Spitzenverbänden signifikant mehr Punkte als der Konkurrent. Dieser starke Rückhalt aus den Fachverbänden übertrug sich am Ende direkt auf das Abstimmungsergebnis der Mitgliederversammlung.

Berlin zieht zurück – Blick richtet sich auf das IOC

Ein dritter Standort stand am Wochenende gar nicht mehr zur Debatte. Die Stadt Berlin hatte ihre Bewerbung am vergangenen Donnerstag offiziell zurückgezogen. Als Grund galt die politische Konstellation nach der Berliner Wahl zum Abgeordnetenhaus, bei der die Linke als Wahlgewinnerin ihre ablehnende Haltung gegenüber den Olympia-Plänen untermauert hatte. Mit München als einzigem nationalen Kandidaten muss der DOSB nun das Internationale Olympische Komitee (IOC) für die kommenden Vergaberunden von dem deutschen Konzept überzeugen.

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