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Die traditionsreiche Nordische Kombination verliert nach über einem Jahrhundert ihren olympischen Status. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Dienstag nach einer Sitzung der Exekutive beschlossen, den Zweikampf aus Skispringen und Skilanglauf aus dem Programm der kommenden Winterspiele in den französischen Alpen zu streichen.

Fehlendes Interesse und Dominanz weniger Nationen

Seit der Premiere der Winterspiele im Jahr 1924 in Chamonix gehörte die Disziplin ununterbrochen zum olympischen Inventar. Das IOC begründete das historische Aus nun primär mit mangelnder Reichweite. Studien hätten belegt, dass die Nordische Kombination bei vier aufeinanderfolgenden Winterspielen zwischen 2014 und 2026 beim Publikum die unbeliebteste Sportart gewesen sei.

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Erschwerend kam hinzu, dass die Olympia-Verantwortlichen die sportliche Vielfalt an der Spitze vermissten. Bei den Spielen in Russland, Südkorea, China und zuletzt in Italien gingen alle 36 vergebenen Medaillen an Athleten aus lediglich fünf Nationen. Ein Sinnbild dieser Dominanz war der Norweger Jens Lurås Oftebro, der bei den Winterspielen in Italien 2026 alle drei möglichen Goldmedaillen abräumte.

Schock für den Deutschen Skiverband

Für den Deutschen Skiverband (DSV) und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist die Entscheidung ein herber Rückschlag. Noch vor wenigen Wochen hatte sich Bundestrainer Eric Frenzel Hoffnungen gemacht, dass der neu gewählte FIS-Präsident Alexander Ospelt das Ruder herumreißen könne. Auch der langjährige Erfolgscoach Hermann Weinbuch verwies vergeblich auf die positiven Entwicklungen bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2025 und 2026, wo Nachwuchsathleten aus bis zu acht Nationen auf dem Podium standen. „Es kommt mir so vor, als wäre unsere Vielseitigkeit nicht mehr gefragt“, konstatierte Weinbuch enttäuscht.

DOSB-Präsident Thomas Weikert drückte sein Mitgefühl für die Sportler aus: „Ich teile die Enttäuschung der Athletinnen und Athleten, die über Jahre mit großer Disziplin, Leidenschaft und Entbehrung auf die Verwirklichung ihres olympischen Traums hingearbeitet haben.“ Gleichzeitig räumte Weikert ein, dass das IOC das Programm an veränderte Rahmenbedingungen anpassen müsse, um die Spiele zukunftsfest zu machen. Während die Kombinierer vor dem Nichts stehen, gibt es in anderen Disziplinen Gewissheit: Die Alpin-Snowboarder verbleiben weiterhin im olympischen Programm.

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