Jannik Sinner sagt in Shanghai ab – Knieverletzung droht chronisch zu werden
Tennis-Star Jannik Sinner muss wegen seiner hartnäckigen Knieprobleme auch das anstehende Shanghai Masters absagen.
Alexander Zverev steht kurz vor der Übernahme der Führung in der ATP-Weltrangliste. Profiteur ist der 29-Jährige dabei vom vorzeitigen Saison-Aus seines Rivalen Jannik Sinner, der aufgrund von Knieproblemen in diesem Jahr nicht mehr auf die Tour zurückkehrt.
Trotz des greifbaren Traums vom Platz an der Sonne bedauert der amtierende French-Open- und US-Open-Champion die Zwangspause seines italienischen Kontrahenten ausdrücklich.
Seit seinem Sieg über Zverev im diesjährigen Wimbledon-Finale stand Sinner nicht mehr auf dem Platz. Mehrere Comeback-Versuche des 25-Jährigen scheiterten in den vergangenen Wochen. Letztlich musste der Italiener seine Saison vorzeitig beenden.
Dass Zverev nun fast sicher die neue Nummer eins der Welt wird, tröstet ihn nicht über das Fehlen des Konkurrenten hinweg. „Ich weiß, viele denken, es sei gut für mich, dass er nicht auf der Tour ist. Ich sehe das überhaupt nicht so, ganz im Gegenteil“, zitiert die italienische Webseite „AO Sport“ den Hamburger. Er messe sich gern mit den Besten der Welt und wünsche sich, Sinner wäre mit ihm auf der Tour.
Zverev äußert zudem die Hoffnung, dass der Italiener bald wieder bei den wichtigsten Turnieren der Welt mitspielen könne. Gleichzeitig zeigt der deutsche Ausnahmespieler großes Verständnis dafür, dass sich Sinner die nötige Zeit für die Genesung nimmt. Die andauernden Knieprobleme zwingen den 25-Jährigen derzeit zur absoluten Vorsicht.
„Solche Verletzungen neigen dazu, wieder aufzutreten, wenn sie nicht richtig behandelt werden“, betont Zverev. Er selbst weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, wie schwer eine lange Zwangspause wiegt. Im Halbfinale der French Open 2022 riss sich Zverev mehrere Bänder im Sprunggelenk und kehrte erst im Jahr 2023 auf die Tour zurück. Hätte er sich damals in Topform nicht verletzt, wäre ihm wohl schon im Mai 2022 der Sprung an die Spitze der Weltrangliste gelungen.
Dass Sinners Verletzung den Weg für Zverevs Eroberung der Weltranglistenspitze ebnet, zeigt ein Blick auf die jüngste Statistik. Der Italiener dominierte die Duelle der beiden in den letzten Jahren deutlich und konnte elf der insgesamt 15 Aufeinandertreffen für sich entscheiden.
Zverevs letzter Sieg gegen Sinner datiert von den US Open 2023, als dieser noch nicht zur absoluten Weltspitze zählte. Seitdem kassierte der Deutsche zehn Niederlagen in Folge gegen den Wimbledon-Sieger – allein fünf davon im Jahr 2026. Dennoch steht Zverev nun kurz davor, am Ende dieses Jahres den Thron im Herrentennis zu besteigen.
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