Der 1. FC Köln hat das rheinische Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 gewonnen. Der sportliche Erfolg rückt für die Gastgeber jedoch in den Hintergrund. Die Kölner verlieren Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri mit einer schweren Sprunggelenksverletzung. Massive Fanausschreitungen im Gästeblock überschatteten die Bundesliga-Partie zusätzlich.

Schock vor der Pause: Skhiri muss ins Krankenhaus

Der Kölner Rückkehrer verletzte sich kurz vor dem Halbzeitpfiff in einem Zweikampf mit dem Gladbacher Florian Neuhaus schwer. Skhiri blieb am Boden liegen und verließ den Platz wenig später auf einer Trage. Die medizinische Abteilung brachte den 31-Jährigen, dessen Vertrag in der Domstadt bis Sommer 2028 läuft, noch während des laufenden Spiels in ein Krankenhaus.

Eine anschließende MRT-Untersuchung bestätigte den Verdacht einer strukturellen Verletzung am Sprunggelenk. Der Verein gab den längeren Ausfall des Tunesiers offiziell bekannt. Wie viele Wochen der Leistungsträger genau fehlt, ließen die Verantwortlichen zunächst offen.

Böller und fliegende Scheiben auf den Rängen

Auf dem Rasen sorgte Saïd El Mala in der 67. Minute für den 2:1-Siegtreffer der Gastgeber. Unmittelbar nach dem Tor eskalierte die Situation im Oberrang des Stadions. Anhänger von Borussia Mönchengladbach traten Plexiglasschutzscheiben zwischen den Blöcken aus der Verankerung und zündeten zahlreiche Leuchtraketen.

Aus dem Gästeblock flog Pyrotechnik direkt in die umliegenden Tribünenbereiche der Kölner Fans. Schiedsrichter Florian Badstübner unterbrach das Spiel daraufhin. Es dauerte laut Vereinsangaben mehrere Minuten, ehe die Polizei einschritt und die Lage beruhigte.

Kritik der Verantwortlichen und Gladbacher Krise

Kölns Geschäftsführer Philipp Türoff verurteilte die Gewalt nach dem Abpfiff scharf.

„Diese Bilder haben im Fußball nichts verloren und geben dem Derbysieg heute einen unschönen Beigeschmack. Wir haben noch keine Informationen, aber ich hoffe sehr, dass möglichst wenige Unbeteiligte Schaden genommen haben.“

Der Funktionär verteidigte in seiner Stellungnahme gleichzeitig das grundlegende Sicherheitskonzept des Vereins. Auch der Gladbacher Sportchef Rouven Schröder zeigte sich entsetzt über die Vorfälle. Er betonte, dass solche Szenen nicht zu tolerieren seien und äußerte persönliche Bedenken als Familienvater über fliegende Böller in den Zuschauerblöcken.

Für die Borussia verschärft die Niederlage eine tiefe sportliche Krise. Bereits im Vorfeld der Partie hatte die Vereinsführung den ersten Saisonsieg gefordert. Stattdessen kassierte die Mannschaft beim Debüt von Trainer Alexander Blessin die fünfte Niederlage im fünften Ligaspiel. Schröder lobte trotz des ernüchternden Ergebnisses die generelle Einstellung des Teams.

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