6

Die AS Rom hat sich im Werben um eines der begehrtesten Talente Europas durchgesetzt. Der 19-jährige Rodrigo Mora wechselt mit sofortiger Wirkung vom FC Porto in die italienische Hauptstadt und unterschreibt bei den Giallorossi ein langfristiges Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2031. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Transfer wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eines der kompliziertesten Vertragswerke dieses Transfer-Sommers.

Ein Schnäppchen mit Haken: Die Basis-Zahlen

Auf dem Papier sichert sich die Roma die Dienste des pfeilschnellen Offensivakteurs weit unter seinem eigentlichen Marktwert von 38 Millionen Euro. Die Basisablöse beläuft sich offiziellen Angaben zufolge zunächst auf 25 Millionen Euro, die durch sportliche Erfolge um bis zu zwei Millionen Euro an Boni anwachsen kann. Bemerkenswert: Mit diesem Deal ist der Hauptstadtklub und Champions-League-Rückkehrer nach Juventus, Florenz und Milan bereits der vierte italienische Verein, der in dieser Transferperiode die 100-Millionen-Euro-Marke bei den Ausgaben knackt.

Passend zum Thema

Das 50-Prozent-Modell: So profitiert der FC Porto

Der Clou des Transfers liegt in der Aufteilung der Transferrechte. Die vertraglich zugesicherte Summe gewährt der AS Rom vorerst nur 50 Prozent der wirtschaftlichen Rechte an dem portugiesischen Top-Talent. Die Dragões aus Porto behalten die andere Hälfte, um bei einer künftigen Wertsteigerung des Spielers massiv abzukassieren. Für die verbleibenden Rechte gibt es nun mehrere komplexe Zukunftsszenarien.

Zieht die Roma die Kaufoption auf die restlichen 50 Prozent, müssen weitere 25 Millionen Euro nach Portugal überwiesen werden. In diesem Fall würde der Deal ein Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro erreichen und Mora würde den heutigen Leverkusener Patrik Schick (kam 2018 für 42 Millionen Euro) als römischen Rekordtransfer ablösen. Alternativ können die Italiener auch kleinere Anteile schrittweise erwerben – der festgelegte Referenzwert liegt hierbei bei 500.000 Euro pro Prozentpunkt.

Kaufpflicht durch die Hintertür

Die Verhandlungsposition des FC Porto bleibt auch für die Zukunft enorm stark. Während die AS Rom erst in den Jahren 2027 und 2028 von ihren erweiterten Kaufoptionen Gebrauch machen darf, können die Portugiesen bereits in zwei Jahren eine Art Kaufpflicht aktivieren. Beschließt der portugiesische Top-Klub, seine verbliebenen Anteile abzustoßen, wäre Rom gezwungen, diese zu übernehmen.

Zudem haben sich die Portugiesen gegen ein vorzeitiges Scheitern des 19-Jährigen abgesichert: Sollte die AS Rom den Vertrag auflösen oder den Spieler innerhalb der Frist für weniger als 50 Millionen Euro weiterverkaufen, wird die Restzahlung von 25 Millionen Euro automatisch fällig. Rodrigo Mora dürfte sich somit früher oder später als einer der teuersten Abgänge in die Vereinsgeschichte des FC Porto eintragen.

Verwandte Beiträge

Warum Sportwetten-Magazin vertrauen?