Lars Ricken warnt BVB-Stars – Trotzreaktion nach Remis gefordert
Nach dem späten Ausgleich durch Werder Bremen nimmt BVB-Geschäftsführer Lars Ricken die Mannschaft in der Königsklasse in die Pflicht.
Borussia Dortmund startet in einen intensiven Fußballherbst und ist am Mittwoch (21 Uhr) in der Champions League beim norwegischen Klub FK Bodö/Glimt zu Gast. Dabei steht besonders BVB-Mittelfeldspieler Felix Nmecha im Fokus, der offensiv zwar als unverzichtbar gilt, mit seiner Defensivarbeit jedoch zunehmend Zweifel weckt.
Es ist noch nicht lange her, da feierte Fußballdeutschland den 26-Jährigen ausgiebig. Mitte Juni erzielte Nmecha beim 7:1-Sieg der DFB-Elf gegen Curacao das erste deutsche Tor der Weltmeisterschaft. Magenta-Experte Mats Hummels bescheinigte dem 1,90-Meter-Mann im Anschluss sogar „Weltklasse“-Potenzial.
Doch diese Euphorie kühlte in der Folge schnell ab. Bereits in der WM-Gruppenphase leitete Nmecha gegen Ecuador mit einem unnötigen Ballverlust den Ausgleichstreffer ein. Auch beim anschließenden Turnier-Aus gegen Paraguay offenbarte der Mittelfeldspieler beim entscheidenden Gegentor von Julio Enciso eine auffällige Schläfrigkeit. Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger brachte die Diskrepanz damals auf den Punkt: „Wenn der jetzt noch immer die Balance findet, dann hat er alles.“
Die fehlende Balance holt Nmecha nun auch im Vereinsalltag wieder ein. Beim jüngsten 2:2-Unentschieden gegen Werder Bremen sah der in der Jugend von Manchester City ausgebildete Profi beim zwischenzeitlichen Anschlusstreffer schlecht aus. Nach einem Fehlpass von Nico Schlotterbeck ins Zentrum waren Nmecha und sein Nebenmann Joey Veerman zwar gut positioniert, ließen Werders Ludovit Reis aber ungestört durch das Mittelfeld marschieren und zum 2:1 vollenden.
Borussia Dortmunds Geschäftsführer Sport Lars Ricken fand für diese Szene im Gespräch mit der Sportschau deutliche Worte. „Wir haben einen unnötigen Ballverlust, gehen nicht in die Zweikämpfe und bekommen mit einem tollen Tor das 2:1“, analysierte der Funktionär das viel zu passive Verhalten seiner zentralen Spieler. Auch bei den jüngsten Partien der Nations League fiel auf, dass Nmecha seine Defensivaufgaben mitunter vernachlässigt.
Nmecha vereint feine Technik, Torgefahr, Dynamik und eine meist robuste Zweikampfführung. Dennoch drängt sich zunehmend die Frage auf, ob der BVB-Profi als klassischer Achter zwingend einen defensiven Anker neben sich benötigt, oder ob er tatsächlich das Rüstzeug zum Weltklasse-Sechser besitzt, der sich schlichtweg noch im Entwicklungsprozess befindet.
Die Antwort auf diese taktische Frage wird die sportliche Führung der Schwarz-Gelben intensiv beschäftigen. Bereits am Mittwoch in Norwegen muss sich zeigen, ob Nmecha im Zentrum für mehr Stabilität sorgen kann, während der BVB einen Auswärtssieg in der Champions League anpeilt.
Nach dem späten Ausgleich durch Werder Bremen nimmt BVB-Geschäftsführer Lars Ricken die Mannschaft in der Königsklasse in die Pflicht.
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