Hertha BSC deklassiert Heidenheim – Nürnberg stürmt an die Tabellenspitze
Hertha BSC und der 1. FC Nürnberg feiern am 2. Spieltag der 2. Bundesliga überzeugende Siege und setzen sich oben...
Eintracht Frankfurt hat die Generalprobe für die neue Pflichtspielsaison völlig in den Sand gesetzt. Sechs Tage vor dem Erstrunden-Duell im DFB-Pokal gegen den Fünftligisten St. Tönis kassierten die Hessen beim englischen Premier-League-Klub FC Brentford eine desolate 0:7-Niederlage. Eine völlig überforderte Defensive und eine Verletzung des Kapitäns trüben die Stimmung am Main gewaltig.
Der Nachmittag im Westen Londons begann für den Bundesligisten denkbar schlecht. Bereits nach zwei Minuten schlug der fünffache deutsche Nationalspieler Kevin Schade im Anschluss an einen Eckball für die Hausherren zu. Die Frankfurter fanden überhaupt nicht in die Zweikämpfe und ließen sich vom Tempo der Engländer überrollen. Folgerichtig fiel nach zwölf Minuten der zweite Gegentreffer, der alte Wunden bei der Eintracht aufreißen dürfte.
Nach einem weiteren Eckball klärte Elias Baum zunächst unzureichend, bevor Schlussmann Kaua Santos den anschließenden Schuss von Mamadou Sangaré unglücklich ins eigene Netz lenkte. Der Unsicherheitsfaktor im Tor zog sich durch die weitere Spielzeit, doch auch seine Vorderleute boten kaum Entlastung. Besonders der erst 20-jährige Innenverteidiger Otavio wirkte dem Druck der Londoner körperlich wie mental nicht gewachsen und reihte Fehler an Fehler.
Inmitten des defensiven Chaos versuchte Robin Koch als Abwehrchef zu retten, was zu retten war. Der Kapitän sprang mehrfach in höchster Not ein, ließ sich kurz vor der Pause jedoch selbst anstecken. Ein folgenschwerer Ballverlust von Koch ermöglichte Igor Thiago den Treffer zum 3:0 für Brentford (40.). Noch bitterer für die Hessen: Nach einem harten Zweikampf klagte der Abwehrchef über Schwindelgefühle und musste den Rasen vorzeitig verlassen.
Wer auf eine defensive Stabilisierung im zweiten Durchgang hoffte, wurde bitter enttäuscht. Das Abwehrverhalten der Frankfurter glich phasenweise einem Offenbarungseid. Neuzugang Can Uzun agierte vor dem 0:4 durch Dango Ouattara (52.) viel zu zaghaft. Wenig später ließ sich Nachwuchstalent Jeremiaha Maluze von Keane Lewis-Potter vor dem 0:5 (57.) ganz einfach auswackeln.
Gegen eine am Ende völlig aufgelöste Frankfurter Mannschaft schraubten der Brasilianer Thiago (69.) und erneut Schade (70.) das Ergebnis auf 0:7 in die Höhe. Für den Vorjahressechsten der Bundesliga ist diese krachende Bruchlandung ein massiver Weckruf zur Unzeit. Das Trainerteam muss in den verbleibenden Tagen bis zum Pflichtspielauftakt nun vor allem psychologische Aufbauarbeit leisten, um ein frühes Aus im DFB-Pokal abzuwenden.
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