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Der 1. FC Kaiserslautern hat am Freitag das hitzige Erstrundenduell im DFB-Pokal gegen Waldhof Mannheim mit 1:0 gewonnen. Überschattet wurde das Südwest-Derby allerdings von schweren Zuschauerausschreitungen, die nun den ehemaligen Nationalspieler Fredi Bobic zu einer drastischen Forderung veranlassen.

Bobic verlangt hartes Durchgreifen des DFB

Die verfeindeten Fanlager beider Vereine hatten am Freitagabend für eine minutenlange Spielunterbrechung gesorgt. Randalierer schossen Leuchtraketen in gegnerische Blöcke und warfen Gegenstände auf das Spielfeld. Ein massives Polizeiaufgebot inklusive Reiterstaffel musste einschreiten, um einen Spielabbruch im Stadion knapp zu verhindern. Gegenüber der „Bild“ äußerte sich Fredi Bobic am Sonntag fassungslos über die Vorfälle.

Der ehemalige Bundesliga-Manager vertritt die Ansicht, dass die Partie unter diesen Umständen nicht hätte fortgesetzt werden dürfen. Er fordert den Deutschen Fußball-Bund auf, ein beispielloses Exempel zu statuieren.

„Schmeißt beide aus dem DFB-Pokal raus! Beide. Und beide kriegen keinen Cent.“
Laut dem Europameister von 1996 sei dieser finanzielle und sportliche Einschnitt für die Vereine zwar enorm, aber die einzige Möglichkeit, derartige Eskalationen künftig zu unterbinden.

Die bittere Realität deutscher Skandal-Derbys

Der ehemalige Sportvorstand von Eintracht Frankfurt betonte, dass er eine lebendige Fankultur durchaus akzeptiere und auch gelegentlich eingesetzte Pyrotechnik tolerieren könne. Die rote Linie sei jedoch bei gezielten Angriffen mit Leuchtraketen und Jagdszenen auf dem Rasen überschritten. Bobic verwies in diesem Zusammenhang auf ähnliche Krawalle beim Duell zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC im DFB-Pokal der vergangenen Saison.

Der Blick in die Zukunft fällt für den langjährigen Funktionär überaus pessimistisch aus. Er rechnet fest damit, dass das brisante Aufeinandertreffen in Baden-Württemberg nicht der letzte Vorfall dieser Art bleiben wird. Für ein konsequentes Umdenken und sofortige Spielabbrüche müsse es in Deutschland offenbar erst zu einem tragischen Unglück mit Todesfolge kommen. Bis der DFB sein Strafmaß verkündet, bleibt abzuwarten, welche sportgerichtlichen Konsequenzen Mannheim und Kaiserslautern tatsächlich drohen.

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