Paukenschlag bei Eintracht Frankfurt: Sportvorstand Markus Krösche verlässt den hessischen Bundesligisten mit sofortiger Wirkung. Wie der Verein am Sonntagabend bestätigte, wurde der 46-Jährige auf eigenen Wunsch freigestellt. Axel Hellmann steigt im Zuge der personellen Umstrukturierung zum Vorstandsvorsitzenden auf und übernimmt vorerst die sportliche Leitung.

Eigene Entscheidung nach fünfeinhalb Jahren

Dem überraschenden Abgang waren laut Vereinsangaben in den vergangenen Wochen offene und vertrauensvolle Gespräche mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Mathias Beck vorausgegangen. Am Sonntag stimmte der Aufsichtsrat dem Wunsch des Managers schließlich zu. Krösche, der sein Amt im Sommer 2021 angetreten hatte, begründete den Schritt mit dem Bedürfnis nach Veränderung. Nach über fünf sehr erfolgreichen, aber fordernden Jahren habe er das Gefühl entwickelt, dass der Eintracht ein neuer Impuls helfen könnte. Die Klarheit vor der anstehenden Mitgliederversammlung sei ihm wichtig gewesen, um sich dort persönlich verabschieden zu können.

Europa-League-Sieg und historische Transfererlöse

In Krösches Amtszeit fällt einer der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte: der Gewinn der Europa League im Jahr 2022. Auch wirtschaftlich hinterlässt der scheidende Sportvorstand deutliche Spuren. Die SGE generierte unter seiner Führung massive Transferüberschüsse. So verkaufte Frankfurt Omar Marmoush für 75 Millionen Euro an Manchester City, Hugo Ekitiké für knapp 100 Millionen Euro an den FC Liverpool und Randal Kolo Muani für mehr als 90 Millionen Euro an Paris Saint-Germain. Das Offensiv-Trio war zuvor für einen Bruchteil dieser Summen verpflichtet worden.

Zuletzt wachsende Kritik an Krösches Kurs

Trotz der finanziellen und historischen Erfolge stand Krösche zuletzt zunehmend unter Druck. In den vergangenen Monaten wurde die Kritik am sportlichen Kurs immer lauter, insbesondere die jüngste Verpflichtung von Trainer Albert sorgte für Diskussionen im Umfeld des Vereins. Nun zieht der 46-Jährige nach knapp fünfeinhalb Jahren selbst die Reißleine.

Die Machtfülle von Axel Hellmann nimmt durch den Abgang deutlich zu. Vom Vorstandssprecher zum Vorstandsvorsitzenden befördert, lenkt er nun vorübergehend auch die sportlichen Geschicke des Clubs. Wer langfristig auf Krösche folgt, ist bislang völlig offen. Eintracht Frankfurt kündigte an, die personelle Nachbesetzung in den nächsten Wochen zu entscheiden.

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