Nach dem Trainings-Kollaps von Vincent Kompany meldet sich Angela Merkel zu Wort. Die frühere Bundeskanzlerin äußert großes Mitgefühl für den an einer Hirnhautreizung erkrankten Trainer des FC Bayern München und zollt seiner bisherigen Arbeit enormen Respekt.

Im Rahmen des MagentaTV-Formats „Bestbesetzung“ zog die 72-Jährige im Gespräch mit Johannes B. Kerner zudem Parallelen zu eigenen körperlichen Erschöpfungszuständen während ihrer aktiven Amtszeit.

„So eine Art Trainer möchte man gerne haben“

Der Zusammenbruch des 40-jährigen Belgiers auf dem Trainingsgelände des deutschen Rekordmeisters sorgte bundesweit für Anteilnahme. Merkel wünschte dem Erfolgscoach eine schnelle Genesung und betonte die Notwendigkeit zur Ruhe. Ein Umfeld, in dem er sich wirklich Zeit nehmen könne, sei nun unabdingbar.

Gleichzeitig nutzte sie die Gelegenheit für ein ausdrückliches Lob. Die Arbeit des zweifachen Münchener Meistertrainers schätze sie unglaublich. Besonders imponiert der Altkanzlerin die gesellschaftliche Haltung Kompanys, der 2024 an die Isar gewechselt war und den Verein seither zu zwei Meistertiteln und einem Pokalsieg führte. Er beziehe klar Stellung, wenn es um Themen wie Diskriminierung gehe.

Der Körper sendet Stopp-Signale

Dass der Körper bei massiver Überlastung irgendwann die Notbremse zieht, kennt Merkel aus eigener Erfahrung. Sie erinnerte an militärische Ehren im Jahr 2019, als sie in der Öffentlichkeit zitterte. Damals habe sich enorme Spannung entladen, begünstigt durch den Tod ihrer Mutter und das absehbare Ende ihrer Kanzlerschaft. Solche körperlichen Reaktionen seien menschlich etwas sehr Gutes.

Einen ähnlichen Mechanismus sieht sie bei dem aus dem Krankenhaus entlassenen Bayern-Trainer. Kompany sei nicht freiwillig zu Hause geblieben. Es habe erst ein Ereignis eintreten müssen, bei dem der Körper streike.

Co-Trainer Danks übernimmt erfolgreich

Während Kompany in den eigenen vier Wänden von Assistenten und der Mannschaft abgeschirmt wird, läuft der sportliche Betrieb weiter. Die Verantwortlichen hoffen, dass der Chefcoach nach der bevorstehenden Länderspielpause wieder das Zepter übernehmen kann.

Bis dahin trägt Aaron Danks interimsweise die Verantwortung. Der englische Co-Trainer feierte zuletzt einen souveränen 2:0-Auswärtssieg in der Champions League bei Atlético Madrid, wofür er ein Sonderlob von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen erhielt. Die nächste Aufgabe wartet bereits, wenn die Münchener im DFB-Pokal antreten.

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