Der 1. FSV Mainz 05 steckt in einer sportlichen Delle und trifft ausgerechnet jetzt auf den Rekordmeister. Wenn die Rheinhessen am Samstagnachmittag den FC Bayern München empfangen, ruhen die Hoffnungen auf einem Spieler, der eine schwere Zeit hinter sich hat: Anthony Caci.

Nach dem bitteren Pokal-Aus gegen den VfL Bochum und einer deutlichen 1:4-Niederlage bei der SV Elversberg sucht das Team von Cheftrainer Urs Fischer nach der Form des starken Saisonstarts. Ausgerechnet das Duell mit den formstarken Münchnern soll nun die Wende bringen.

Heimschwäche trifft auf bayerische Dominanz

Die Vorzeichen für das Aufeinandertreffen könnten kaum unterschiedlicher sein. Während die Mainzer seit Monaten auf einen Heimsieg in der Bundesliga warten, präsentierten sich die Münchner unter der Woche souverän. In der Champions League feierte der FC Bayern einen überzeugenden 2:0-Auswärtssieg bei Atlético Madrid. Dass die Gäste mit personellen Ausfällen zu kämpfen haben, blendet das Mainzer Lager komplett aus. „Das ist egal, die Bayern haben 25 überragende Spieler“, betont Anthony Caci im Interview mit dem SWR.

Eine kleine historische Statistik spricht zumindest für die Gastgeber. Die letzte Auswärtsniederlage des FC Bayern in der Bundesliga datiert aus dem Dezember 2024. Der Gegner damals hieß Mainz 05 und behielt mit 2:1 die Oberhand. „Wir müssen unsere Heimspiele gewinnen, egal gegen welchen Gegner“, gibt Caci selbstbewusst die Marschroute vor.

Vom Vorbereiter zum Torschützen

Caci selbst ist derzeit der größte Lichtblick bei den 05ern. Mit drei Treffern und drei Vorlagen teilt sich der 29-jährige Franzose aktuell den Titel des Top-Scorers mit Sheraldo Becker. Das Bemerkenswerte daran: Zuvor glänzte Caci fast ausschließlich als Vorlagengeber. Erstmals in seiner Profikarriere hat der Rechtsfuß nun mehr als zwei Saisontore erzielt – und das bei noch 26 ausstehenden Partien in dieser Spielzeit.

„Mein letztes Tor war sogar mit dem Kopf, das ist etwas ganz Neues. Auch der Doppelpack gegen Leverkusen war komplett neu für mich“, erklärt der Franzose seine neu entdeckte Torgefahr. Diese Entwicklung war so nicht abzusehen. In der vergangenen Saison musste der Außenbahnspieler wegen einer schweren Muskelsehnenverletzung im rechten Oberschenkel sieben Monate pausieren und verpasste 25 Pflichtspiele. „Nach meiner schweren letzten Saison bin ich jetzt auf dem richtigen Weg“, zeigt sich Caci sichtlich erleichtert.

Mainz 05 bleibt die sportliche Heimat

Seine starken Leistungen ließen in der Vergangenheit immer wieder Wechselgerüchte aufkommen. Doch ein Abschied ist für den Defensivspieler, dessen Vertrag noch bis 2028 läuft, aktuell kein Thema. „Ich bin seit fünf Jahren hier und sehr glücklich“, bekräftigt Caci. Zuvor verbrachte er elf Jahre in seiner Heimat bei Racing Straßburg. Heute stellt er klar: „Mainz 05 ist wie meine zweite Familie.“

Diese Loyalität dürfte den Fans Mut machen, wenn es am Wochenende gegen den Favoriten aus München geht. Gelingt dem wiedererstarkten Franzosen erneut eine Überraschung, könnte die sportliche Krise der Mainzer schnell zu den Akten gelegt werden.

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