Der FC Bayern München muss im entscheidenden Saisonendspurt auf Serge Gnabry verzichten. Der offensive Mittelfeldspieler hat sich einen Ausriss der Adduktoren im rechten Oberschenkel zugezogen und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Das gab der Rekordmeister am Samstagabend bekannt.

Schwerer Rückschlag vor den Wochen der Wahrheit

Die Hiobsbotschaft kommt für die Münchner zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Trainer Vincent Kompany hatte auf der Pressekonferenz vor dem Südderby gegen den VfB Stuttgart noch fest mit Gnabry geplant. Nun fehlt der 30-Jährige nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in den entscheidenden K.o.-Spielen: Am kommenden Mittwoch wartet Bayer 04 Leverkusen im DFB-Pokal-Halbfinale, bevor der FCB Ende April im Halbfinal-Hinspiel der Champions League auf Paris Saint-Germain trifft.

Offensiv-Engpass: Wer ersetzt Gnabry?

Der Ausfall reißt eine erhebliche Lücke in die Offensive des Tabellenführers. In der laufenden Spielzeit steuerte der Triple-Gewinner von 2020 wettbewerbsübergreifend zehn Tore und elf Vorlagen in 37 Einsätzen bei. Da mit Lennart Karl und Tom Bischof zwei Alternativen für das Zentrum verletzungsbedingt fehlen, ruht die Last nun zunehmend auf Jamal Musiala. Der 23-Jährige wird nach einer schweren Verletzung aus dem Vorjahr eigentlich noch behutsam aufgebaut und soll nicht verheizt werden. Alternativ steht Kompany für die Zehner-Position nur der Portugiese Raphael Guerreiro zur Verfügung, der in der Vergangenheit jedoch selbst mit hartnäckigen Blessuren zu kämpfen hatte.

WM-Traum in akuter Gefahr

Für den Flügelstürmer persönlich hat die schwere Oberschenkelverletzung möglicherweise noch weitreichendere Konsequenzen. Abhängig vom genauen Heilungsverlauf droht Gnabry das bittere Aus für die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Das Turnier startet für die DFB-Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann am 14. Juni gegen Curacao. Nach einer spielerisch starken Saison galt der Angreifer als fester Bestandteil des deutschen WM-Kaders.

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