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Der FC Bayern München steht unmittelbar vor dem Verkauf seiner letzten verbleibenden AG-Anteile. Für eine Summe von rund 250 Millionen Euro sollen fünf Prozent der Anteile an die „Viessmann Generations Group“ veräußert werden. Doch während die Klubführung den Deal vorantreibt, formiert sich an der Basis bereits massiver Widerstand gegen den finanziellen Millionen-Hammer.

Viessmann steigt als neuer Investor ein

Der deutsche Rekordmeister strukturiert seine Eigentumsverhältnisse um. Berichten zufolge steht die Münchner Führungsriege kurz davor, die verbliebenen fünf Prozent der FC Bayern München AG an Max Viessmann zu verkaufen. Der Sohn des Unternehmensgründers Martin Viessmann ist an der Säbener Straße kein Unbekannter: Er sitzt bereits seit diesem Frühjahr im Verwaltungsbeirat des e.V.

Damit der Deal offiziell über die Bühne gehen kann, fehlt lediglich noch der formelle Beschluss des Präsidiums um Herbert Hainer, Dieter Mayer und Walter Mennekes. Das Ziel der Vereinsführung ist klar definiert: Bis zur anstehenden Jahreshauptversammlung Ende November soll die Tinte unter den Verträgen trocken sein. Durch den Verkauf würde der Mutterverein künftig 70 Prozent statt der bisherigen 75 Prozent an der eigenen AG halten. Die restlichen Anteile verteilen sich weiterhin auf die Partner Audi, adidas und Allianz (jeweils 8,33 Prozent).

Wortbruch? Heftige Kritik aus dem Fan-Lager

Während die Bosse den Deal als strategischen Meilenstein bewerten, braut sich bei den Anhängern ein Sturm der Entrüstung zusammen. Besonders Michael Ott, der sich in der Vergangenheit bereits als lautstarker Kritiker des umstrittenen Katar-Sponsorings positionierte, meldete sich zu Wort. Auf der Plattform X bezeichnete er das Vorhaben als einen Schlag ins Gesicht aller Mitglieder des FCB.

Der Kern der Fan-Wut liegt in der Vergangenheit begründet. Ott erinnerte an die Jahreshauptversammlung 2021, als die Vereinsspitze um Hainer und den damaligen Vorstandschef Oliver Kahn versicherte, die letzten fünf Prozent der Anteile seien ausschließlich als Notgroschen für existenzielle Krisenzeiten gedacht. „Keine fünf Jahre später werden die fünf Prozent ohne jede Not verkauft. Wie wenig kann man zu seinem Wort stehen?“, kritisierte Ott das Vorgehen als respektlos und wortbrüchig.

Wohin fließen die 250 Millionen Euro?

Die geplante Finanzspritze in Höhe einer Viertelmilliarde Euro ist laut internen Kreisen nicht dafür gedacht, den Kader für die laufende Bundesliga-Saison mit neuen Superstars zu verstärken. Stattdessen betrachtet der Traditionsklub den Verkauf als rein strategischen Deal für die Infrastruktur. Ein Großteil der Einnahmen könnte in den Kauf und den Umbau des Stadions der SpVgg Unterhaching fließen, um den eigenen Mannschaften dort eine moderne Heimat zu bieten.

Trotz der nachvollziehbaren wirtschaftlichen Motive dürfte die kommende Jahreshauptversammlung im November extrem ungemütlich für das Präsidium werden. Die Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Expansion und den basisdemokratischen Werten der Mitglieder bleibt das bestimmende Spannungsfeld beim Tabellenführer aus München.

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