12

Felix Nmecha sorgt bei der Weltmeisterschaft abseits des sportlichen Geschehens für erhebliche Schlagzeilen. Recherchen des ARD-Magazins MONITOR und der Sportschau haben enthüllt, dass der deutsche Nationalspieler auf der großen Fußballbühne aktiv für ein christliches Netzwerk wirbt, welches offenkundig radikale Ansichten vertritt. Darunter fallen die Einstufung von Homosexualität als Sünde sowie die Verurteilung von Schwangerschaftsabbrüchen.

Geplante PR-Aktion statt spontaner Torjubel

Das sportliche Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay nach Elfmeterschießen, bei dem Jonathan Tah den entscheidenden Ball über das Tor setzte, rückte schnell in den Hintergrund. Bereits beim Auftaktspiel gegen Curaçao stand Felix Nmecha im Fokus. Nach seinem Treffer in der sechsten Minute legte der Mittelfeldspieler symbolisch eine unsichtbare Krone auf den Rasen. Später bildete er mit Mitspielern und gegnerischen Profis einen gemeinsamen Gebetskreis im Mittelkreis.

Was zunächst wie eine spontane emotionale Geste wirkte, entpuppte sich durch die aktuellen Recherchen als orchestrierte Kampagne. Unter dem Motto „The King’s Return“ nutzt die Organisation „Ballers in God“ das weltweite Turnier, um gezielt ihre Botschaften zu platzieren. Nmecha selbst teilte seinen Torjubel in den sozialen Netzwerken aktiv mit dem entsprechenden Hashtag der Bewegung.

DFB-Präsident Neuendorf lobte Aktion zunächst

Die Tragweite der Aktion war den Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) offenbar zunächst nicht bewusst. DFB-Präsident Bernd Neuendorf lobte das Verhalten seines Spielers in einem frühen Interview mit Sky/RTL noch ausdrücklich. Der Funktionär betonte, die Intention sei positiv, da man damit über das Fußballspielen hinaus für „Menschlichkeit und Respekt“ stehe.

„Ballers in God“: Missionierung und radikale Ansichten

Die Ideologie hinter „The King's Return“ steht jedoch in hartem Kontrast zu den vom DFB gepredigten Werten der Toleranz. Das evangelikale Netzwerk, welches von zahlreichen internationalen Fußballprofis unterstützt wird, betreibt laut der ARD-Recherche gezielte Missionierung. Auf der Website der Kampagne, die unter anderem mit dem Bild des Gebetskreises um den deutschen Nationalspieler wirbt, wird Nutzern ein Chat angeboten, um sie auf den „rechten Weg“ zu führen.

Besonders brisant: Die Gruppierung begreift Homosexualität explizit als Sünde und diffamiert Schwangerschaftsabbrüche als „Satans Plan“. Das Engagement des BVB-Profis für diese Organisation dürfte den DFB in den kommenden Tagen somit noch intensiv beschäftigen und weitreichende Diskussionen über die Vorbildfunktion von Nationalspielern entfachen.

Verwandte Beiträge

Warum Sportwetten-Magazin vertrauen?