Jordanischer Verbandschef wirft FIFA-Boss Infantino Erpressung vor
Der jordanische Verbandschef Prinz Ali beschuldigt die FIFA, Millionenprämien als politisches Druckmittel einzubehalten.
Der norwegische Fußball-Verband (NFF) fordert mit sofortiger Wirkung den Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Verbandschefin Lise Klaveness erklärte am Freitag, das Vertrauen in den Schweizer sei nach umstrittenen Investoren-Deals und anhaltenden Kontroversen endgültig verspielt.
Die Luft für den amtierenden Weltverbands-Chef wird spürbar dünner. Nach einer Sitzung der NFF-Führungsspitze fand Lise Klaveness deutliche Worte in Richtung Zürich. Für den norwegischen Verband habe Infantino das notwendige institutionelle Vertrauen komplett verloren, um den Weltfußball in dieser sensiblen Phase stabil zu führen. Vielmehr sei die FIFA unter seiner Regie in eine Ära des Chaos geschlittert.
Die 45-jährige Funktionärin betonte, man habe die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit großer Sorge beobachtet. Jeder weitere Schritt habe in die falsche Richtung geführt. Die logische Konsequenz für die Skandinavier: Es gibt für den 52-jährigen Schweizer keinen Weg mehr zurück. Um globale Kooperationen wieder zu ermöglichen, wird Norwegen ihn offiziell zum Amtsverzicht auffordern.
In den kommenden Wochen soll ein formelles Schreiben bei der FIFA eingehen. Doch die Norweger belassen es nicht bei reinen Rücktrittsforderungen. Klaveness kündigte an, ein neues Verfahren vor dem FIFA-Ethikrat anstoßen zu wollen. Im Zentrum der Kritik stehen dabei hochgradig undurchsichtige Vorgänge der jüngeren Vergangenheit.
Dazu zählt unter anderem die kontroverse Verleihung des FIFA-Friedenspreises an den damaligen US-Präsidenten Donald Trump sowie der mysteriöse Fall Balogun. Während der Weltmeisterschaft hatte der Weltverband eine Rot-Sperre des US-Angreifers aufgehoben. Die genauen Hintergründe blieben stets im Dunkeln, wenngleich Gerüchte über eine persönliche Intervention des US-Präsidenten kursierten.
Das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen brachte jedoch Infantinos Vorstoß nach dem Turnier, Anteile der WM an private Investoren zu veräußern. Ein Deal, bei dem ihm selbst ein lukrativer Posten bei einer neuen Tochtergesellschaft gewinkt hätte. Erst die massive Drohung der UEFA und ihrer Mitgliedsverbände, sämtliche FIFA-Turniere zu boykottieren, zwang den Präsidenten zum Einlenken.
Obwohl Infantino seine Pläne zurückzog und sich öffentlich entschuldigte, bleibt das europäische Lager höchst skeptisch. Die Entschuldigung habe gequält gewirkt, merkte Klaveness an. Die NFF-Präsidentin positioniert sich damit einmal mehr als eine der schärfsten Kritikerinnen des Schweizers, der sich im kommenden März dennoch zur Wiederwahl stellen möchte.
Interessanterweise bringt ein ehemaliger Machthaber nun ausgerechnet Klaveness als mögliche Nachfolgerin ins Spiel. Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter sprach der Norwegerin über die Plattform X seinen höchsten Respekt aus. Sie sei die Einzige, die sich nicht dem Mainstream anpasse und stets klar Stellung beziehe. Für den 90-Jährigen steht fest: Die Zeit ist reif dafür, dass eine Frau die Führung des Weltfußballs übernimmt.
Der jordanische Verbandschef Prinz Ali beschuldigt die FIFA, Millionenprämien als politisches Druckmittel einzubehalten.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat angesichts massiver interner Kritik kurzfristig zu einem Krisentreffen geladen.
Manuel Neuer spielt wohl seine letzte Saison für den FC Bayern, könnte dem Klub aber in neuer Funktion treu bleiben.