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Die internationalen Regelhüter des IFAB greifen hart durch: Wer im Fußball bei Wortgefechten künftig den Mund verdeckt, riskiert einen direkten Platzverweis. Diese neue Bestimmung zur Bekämpfung von Diskriminierung tritt bereits bei der Weltmeisterschaft 2026 in Kraft und zielt auf mehr Respekt auf dem Rasen ab.

Kampf gegen Beleidigungen: Rote Karte für verdeckte Münder

Bei einer Sondersitzung im kanadischen Vancouver hat das International Football Association Board (IFAB) einem Vorstoß des Weltverbandes FIFA einstimmig zugestimmt. Spielerinnen und Spieler, die sich während einer Auseinandersetzung mit dem Gegner die Hand oder das Trikot vor den Mund halten, können künftig mit der Roten Karte vom Feld verwiesen werden. Ziel dieser strikten Maßnahme ist es, diskriminierendes und unangemessenes Verhalten konsequent zu unterbinden.

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Der Fall Prestianni und Vinicius Junior

Wie notwendig eine solche Regelung aus Sicht der Verbände ist, zeigte sich erst im Februar dieses Jahres. Die europäische Fußballunion UEFA sperrte Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon, nachdem dieser Real-Star Vinicius Junior während der Champions-League-Playoffs mutmaßlich beleidigt hatte. Der argentinische Offensivmann hatte sich bei dem hitzigen Wortgefecht sein Trikot über den Mund gezogen, um das Mitlesen seiner Lippen zu erschweren.

Harte Strafen bei unerlaubtem Verlassen des Spielfelds

Neben dem Verbot verdeckter Münder verabschiedete das Gremium eine weitere drastische Neuerung. Schiedsrichter dürfen künftig den roten Karton zücken, wenn ein Akteur aus Protest gegen eine Entscheidung das Spielfeld verlässt. Diese Strafe gilt ab sofort ebenso für Teamoffizielle, die ihre Mannschaft zu einem solchen Schritt auffordern.

Vorbild für diesen Beschluss waren die chaotischen Szenen im Finale des Afrika-Cups. Dort sorgte ein Eklat dafür, dass dem Senegal der Titel nachträglich aberkannt wurde und Finalgegner Marokko zum offiziellen Turniersieger erklärt werden musste. Um derartige Vorfälle in Zukunft noch strenger zu sanktionieren, stellte das IFAB zudem klar: Verursacht ein Team den Abbruch einer Partie, wird das Spiel grundsätzlich für den jeweiligen Gegner gewertet.

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