Bundestrainer Julian Nagelsmann rechnet für die kommende Weltmeisterschaft fest mit Jamal Musiala. Trotz der schweren Beinverletzung des Offensivstars vom FC Bayern München schließt der DFB-Coach einen freiwilligen Verzicht kategorisch aus, solange die medizinische Abteilung kein langfristiges Karriere-Risiko feststellt.

Verletzungssorgen und der harte Weg zum Comeback

Der Weg zurück auf den Rasen war für den 23-Jährigen zuletzt steinig. Ein komplizierter Beinbruch, den sich der Ausnahmespieler bei der Klub-WM im vergangenen Sommer zuzog, warf ihn für mehrere Monate aus der Bahn. Auch nach seinem Comeback im Frühjahr machten ihm Belastungssymptome zu schaffen, weshalb er die jüngsten DFB-Tests gegen die Schweiz und Ghana verpasste. Die lange Zwangspause hinterließ auch auf dem Transfermarkt Spuren: Der Marktwert des Münchners sank auf 120 Millionen Euro, wodurch er den Status als wertvollster Bundesliga-Profi an seinen Teamkollegen Michael Olise abgeben musste.

Kahn-Aussagen relativiert: Voller Fokus auf das Turnier

Zuletzt sorgten Äußerungen von Ex-Bayern-Chef Oliver Kahn für mediales Aufsehen, die fälschlicherweise als Empfehlung für eine WM-Absage interpretiert wurden. Der ehemalige Nationaltorhüter stellte jedoch klar, dass der junge Spielmacher bei entsprechender Fitness zwingend auf die große Bühne in Amerika gehöre. Auch der Spieler selbst lässt keinen Zweifel an seinen Ambitionen. Nachdem er in München wieder Fuß gefasst hat, liegt sein Fokus ganz darauf, dem Land und der Nationalmannschaft beim anstehenden Turnier zu helfen.

Wichtiger Joker oder Startelf-Kandidat für den DFB?

Dass seine sportliche Qualität unbestritten ist, bewies der pfeilschnelle Dribbler erst kürzlich auf internationalem Parkett. Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid glänzte er nach seiner Einwechslung mit einem spektakulären Hackentrick, der den wichtigen 3:3-Ausgleich vorbereitete. Julian Nagelsmann weiß um diese Qualitäten. War der Offensivmann vor seiner Verletzung ein gesetzter Startelfspieler, plant der Bundestrainer nun flexibel. Sollten Fitness und Spielpraxis für volle 90 Minuten noch nicht ausreichen, sieht der Coach ihn als entscheidende Waffe von der Bank, die dem DFB-Team in engen Partien die nötigen Impulse liefern kann.

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