Bayern-Boss Eberl warnt: Jürgen Klopp alleine rettet das DFB-Team nicht
Max Eberl bremst die Euphorie um Bundestrainer Jürgen Klopp und fordert ein Umdenken im gesamten deutschen Fußball.
Nach dem bitteren Turnier-Aus der deutschen Nationalmannschaft räumt der DFB weiterhin die sportlichen Trümmer beiseite. Thomas Müller hat die Enttäuschung aus nächster Nähe miterlebt und in der Nachbetrachtung deutliche Kritik geübt. Der Routinier sieht bei der deutschen Auswahl ein klares Defizit an verlässlichen Superstars und hinterfragt zudem die taktische Ausrichtung sowie die Entscheidungsfindung der Mannschaft.
Mit etwas emotionalem Abstand analysierte die Vereinsikone des FC Bayern im „Kerners 11“-Podcast die tiefgreifenden Gründe für das enttäuschende Abschneiden. Ein zentrales Problem sei die mangelnde Konstanz auf höchstem Niveau. „Wir haben weniger starke Superstars. Wir haben Potenzial, aber es geht darum, wer kann es schon abliefern“, stellte der 34-Jährige treffend fest. Andere Nationen und deren Top-Akteure seien in dieser Hinsicht schlichtweg weiter.
Als Paradebeispiel für verlässliche Weltklasse nannte der Offensivspieler seinen Vereinskollegen Harry Kane. Der englische Torjäger zeichne sich dadurch aus, dass er sein Spiel unabhängig von äußeren Umständen immer durchziehe. Eine solche Konstanz und unaufgeregte Effizienz habe der deutschen Auswahl in den entscheidenden Momenten gefehlt.
Doch nicht nur die individuelle Beständigkeit, auch die mannschaftstaktische Ausrichtung sorgte beim Weltmeister von 2014 für Stirnrunzeln. Besonders die Positionsfindung der offensiven Hoffnungsträger erwies sich als Stolperstein. Laut Müller sei nie das Gefühl entstanden, genau zu wissen, wo die Schlüsselspieler idealerweise agieren sollten. Die ständigen Debatten um die beste Rolle von Jamal Musiala und Florian Wirtz sowie die Frage, ob Kai Havertz ein echter Mittelstürmer sei, hätten den Spielfluss gehemmt.
Auch die Rolle von Joshua Kimmich, der in der Nationalelf als Rechtsverteidiger auflief, während er im Verein traditionell das Zentrum dominiert, sieht er kritisch. Wenn Top-Spieler auf fachfremden oder angepassten Positionen eingesetzt werden, sei das Grundkonzept unter Bundestrainer Julian Nagelsmann möglicherweise falsch aufgesetzt gewesen.
Abschließend nahm der erfahrene Stürmer auch die vielgelobten Talente taktisch in die Pflicht. Oftmals sei die Entscheidungsfindung der Mannschaft im letzten Drittel zu kompliziert gewesen. Bei den Dribbelkünstlern Wirtz und Musiala habe er festgestellt, dass sie den Ball oft einen Hauch zu spät abspielen, weil sie krampfhaft versuchen, eine besondere Aktion zu kreieren. Diese kleinen Verzögerungen im Spielfluss machen auf internationalem Top-Niveau am Ende den schmerzhaften Unterschied aus.
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