Uli Hoeneß stellt sich in der Torwart-Frage beim FC Bayern München schützend vor Jonas Urbig. Der Ehrenpräsident widerspricht damit deutlich den jüngsten Zweifeln des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn und plant fest mit dem 23-Jährigen als künftiger Nummer eins.

Kahn fordert Beweise unter Druck

Die Diskussion um die Nachfolge im Münchner Tor hat in den vergangenen Tagen an Schärfe gewonnen. Oliver Kahn hatte zuletzt bei „Sky Sport“ Skepsis geäußert, ob Urbig den höchsten Ansprüchen des Rekordmeisters auf Dauer gerecht wird. Der ehemalige Nationaltorhüter betonte, er wolle den jungen Schlussmann erst in dem Moment bewerten, in dem dieser die volle Verantwortung als Stammkraft trage.

Uli Hoeneß wischt diese Bedenken nun resolut vom Tisch. Im Interview mit der „Welt am Sonntag“ erklärte der 74-Jährige, er habe überhaupt keine Zweifel daran, dass Urbig die Position ausfüllen werde. Darauf seien alle im Verein eingestellt. Auch Trainer Vincent Kompany hatte seinen Torhüter zuletzt öffentlich verteidigt.

Kein Millionen-Transfer für die Königsklasse

Die sportliche und charakterliche Entwicklung des Torhüters gibt den Münchnern laut Hoeneß recht. Den Ruf einiger Kritiker nach einem erfahrenen Mann aus dem Ausland lehnt der Klub-Patron kategorisch ab. Er weigert sich, für 50 Millionen Euro einen neuen Spieler zu verpflichten, nur weil dieser bereits Einsätze in der Champions League vorweisen kann.

Dabei sammelt Urbig diese Erfahrung derzeit selbst. Seit seinem Wechsel vom 1. FC Köln absolvierte der 23-Jährige bereits 36 Pflichtspiele für den FC Bayern, darunter acht Partien in der europäischen Königsklasse. Seine Leistungen überzeugten auch Bundestrainer Jürgen Klopp, der den Schlussmann in den vergangenen zwei Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft nominierte.

Neuers Zukunft bleibt völlig offen

Aktuell ist Manuel Neuer weiterhin die offizielle Nummer eins an der Säbener Straße, auch wenn Urbig ihn als Stellvertreter regelmäßig vertritt. Ob der langjährige Kapitän seine Karriere im kommenden Sommer beendet, lässt Hoeneß bewusst offen.

Der Verein werde den weiteren Saisonverlauf und den Gesundheitszustand des Routiniers abwarten. Hoeneß betonte, man könne Neuer ohnehin nicht vorschreiben, wann er mit dem Fußballspielen aufhören solle. Der Weltmeister von 2014 prägt den Verein seit 2011 und genießt in München aufgrund seiner enormen Verdienste weiterhin höchsten Respekt.

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