Beim FC Bayern München reißt die mediale Debatte um die zukünftige Besetzung im Tor nicht ab. Trainer Vincent Kompany hat sich am Freitag schützend vor Jonas Urbig gestellt und deutlich auf die Zweifel der ehemaligen Nationaltorhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann reagiert.

Der Belgier sieht den Rekordmeister auf der sensiblen Position voll im Plan und wies die Bedenken der Experten öffentlich zurück.

Legenden äußern Zweifel an der Reife

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Auftritt von Oliver Kahn und Jens Lehmann in einer Talkshow des Pay-TV-Senders „Sky“. Beide äußerten Bedenken, ob der junge Schlussmann dem immensen Druck an der Säbener Straße gewachsen ist. Kahn betonte, dass der Posten beim deutschen Rekordmeister bedeute, die vollkommene Verantwortung zu tragen.

Zwar lobte der ehemalige Münchner Vorstandschef Urbig als großartiges Talent, das bereits jetzt sehr weit sei und Bälle pariere, die unhaltbar scheinen. Kahn möchte den Keeper jedoch erst bewerten, wenn er diese volle Verantwortung als klare Nummer eins auf dem Platz trägt.

Noch deutlicher formulierte es Lehmann. Der frühere Torhüter des FC Arsenal glaubt nicht, dass der Neuzugang auf Dauer den Stammplatz erobern wird. Er begründete dies mit dem Alter und der schwierigen Aufgabe, aus dem bequemen Windschatten einer Weltklasse-Nummer-eins heraus selbst in diese dominierende Rolle hineinzuwachsen.

Trainer vertraut auf den Entwicklungsplan

Vincent Kompany ließ diese Aussagen am Freitag nicht unkommentiert stehen. Er merkte an, nicht jede Talkshow bewerten zu können, positionierte sich aber unmissverständlich. Der Trainer erklärte, dass der Verein einen klaren Plan verfolge und diesen konsequent durchziehe.

Die aktuelle Aufmerksamkeit sieht der Cheftrainer sogar positiv. Es sei schön für den Verein, dass Urbig überhaupt Thema dieser Diskussion sei. Als der Torhüter vom 1. FC Köln kam, habe niemand diese Entwicklung für möglich gehalten, da er dort laut Kompany zuvor nicht gespielt habe. Auch wenn der FC Bayern München Jonas Urbig aktuell auf der Bank belässt, haben die Verantwortlichen diese sportliche Situation schrittweise entstehen lassen und die aufkommenden Debatten fest einkalkuliert.

Manuel Neuer als entscheidender Mentor

Ein zentraler Baustein in diesem Übergangsprozess ist Manuel Neuer. Der langjährige Kapitän wird seine Karriere aller Voraussicht nach im kommenden Sommer beenden, woraufhin die Stunde des Herausforderers endgültig schlagen soll. Bis dahin fungiert der Routinier als Mentor für den jungen Torhüter.

Kompany unterstrich die Wichtigkeit seines Stammtorwarts für dieses Projekt. Ohne Neuers Präsenz, Führung und Leistungen in dieser Phase sei die Entwicklung des Nachfolgers nicht machbar. Der Verein besitze auf der Torhüterposition eine Konstellation, die sich viele andere Klubs wünschen würden. Damit zieht der Trainer vorerst einen Schlussstrich unter die Personaldebatte.

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