UEFA-Präsident Ceferin schließt Kandidatur gegen FIFA-Chef Infantino aus
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin wird bei der Wahl im März 2027 nicht für das Amt des FIFA-Chefs kandidieren.
Der Machtkampf im Weltfußball eskaliert. Nach dem krachend gescheiterten Investorendeal zieht die UEFA nun die Daumenschrauben an und droht dem angezählten FIFA-Präsidenten Gianni Infantino offen mit rechtlichen Schritten. Der europäische Dachverband fordert die lückenlose Sicherung aller Dokumente im Zusammenhang mit dem Vorhaben.
Wie britische Medien übereinstimmend berichten, hat die Europäische Fußball-Union den Weltverband offiziell aufgefordert, sämtliches Material rund um das geplatzte Milliarden-Projekt aufzubewahren. Entsprechende Aufforderungen richteten sich laut „Telegraph“ und „Financial Times“ auch direkt an den Technologieinvestor Joshua Kushner, der bei dem Deal als Schlüsselfigur agieren sollte.
In einem formellen Schreiben kündigt die UEFA an, aktiv die Einleitung rechtlicher Schritte, Schiedsverfahren sowie Beschwerden bei den zuständigen Aufsichtsbehörden zu prüfen. Die FIFA-Führung sei nun in der Pflicht, alle elektronisch gespeicherten Informationen und Dokumente unverzüglich aufzufinden und vor einer möglichen Vernichtung zu sichern.
Auslöser der beispiellosen Krise war ein Plan vom vergangenen Dienstag. Der Weltverband hatte überraschend mitgeteilt, eine neue Gesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen zu wollen. Diese sollte künftig sämtliche kommerziellen Aktivitäten sowie die Turnierorganisationen bündeln. Durch den Verkauf von Anteilen an externe Geldgeber erhoffte sich die Führungsriege zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe.
Das Vorhaben stieß jedoch auf sofortigen, massiven Widerstand. Erst nachdem die UEFA mit einem strikten Boykott aller künftigen FIFA-Turniere gedroht hatte, knickte der Weltverband am frühen Samstagmorgen ein und gab die umstrittenen Investorenpläne offiziell auf.
Mit dem bloßen Stopp des Projekts ist die Angelegenheit für die Europäer allerdings nicht vom Tisch. Die UEFA greift den 54-jährigen Schweizer an der FIFA-Spitze nun frontal an und pocht auf eine schonungslose Aufarbeitung. Man dürfe nicht länger mit geheimen, im Eilverfahren vorangetriebenen Plänen arbeiten, die von anonymen Akteuren ausgearbeitet wurden und deren Nutzen für den Sport hochgradig fragwürdig sei. Die Verantwortlichen müssten benannt und zur Rechenschaft gezogen werden.
Unerwartete Rückendeckung erhält der europäische Verband dabei von jenseits des Atlantiks. Auch die CONCACAF, zuständig für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, zeigte sich alarmiert. Die Idee, Anteile an Weltmeisterschaften zu veräußern, bewertete der Kontinentalverband als klares Symptom einer Führung, für die der Fußball nicht mehr an erster Stelle stehe. Folgerichtig fordern nun auch die amerikanischen Funktionäre eine umfassende Aufarbeitung der aktuellen Präsidentschaft.
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