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Ein neuer Skandal erschüttert den türkischen Profifußball in seinen Grundfesten. Im Zuge einer landesweiten, groß angelegten Razzia sind 17 Personen festgenommen worden. Darunter befinden sich hochrangige Vereinsverantwortliche der Istanbuler Traditionsklubs Galatasaray und Besiktas. Die schweren Vorwürfe der Ermittler lauten auf illegalen Wettbetrug und systematische Spielmanipulation.

Gezielte Ermittlungen gegen Istanbuler Top-Klubs

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, stehen die Aktivitäten der betroffenen Funktionäre aus den vergangenen Jahren im Fokus der Justiz. Konkret geht es um den Zeitraum ab dem Jahr 2020. Der türkische Justizminister Akin Gürlek bestätigte das Vorgehen auf der Plattform X und verwies auf die zentrale Ermittlungsbehörde für Wirtschaftskriminalität, Masak. Diese hatte im Vorfeld die digitalen Daten und Wettaktivitäten verschiedener Vereinsverantwortlicher akribisch ausgewertet. Auf Basis dieser Beweislage erfolgte nun der Zugriff der Behörden. Gürlek betonte, dass die gerichtlichen Verfahren mit größter Sorgfalt geführt würden, um die massiv beschädigte Glaubwürdigkeit des Sports wiederherzustellen.

Ein Beben für die gesamte Süper Lig

Die aktuellen Verhaftungen sind der vorläufige Höhepunkt einer tiefen Krise, die den türkischen Fußball seit dem vergangenen Jahr im Würgegriff hält. Bereits im Oktober hatte der türkische Fußballverband (TFF) brisante Anschuldigungen öffentlich gemacht. Demnach sollen zunächst 152 aktive Schiedsrichter illegale Sportwetten platziert haben. In der Folge weiteten sich die Ermittlungen rapide aus und erfassten auch die Kader der Vereine. Über 1.000 Spieler aus unterschiedlichen Ligen wurden für die Dauer der Untersuchungen vorläufig gesperrt. Diese Sperren betrafen nicht nur unterklassige Teams, sondern auch Akteure der namhaften Erstligisten Galatasaray, Fenerbahçe, Besiktas und Trabzonspor.

Rücktritte und Haftbefehle: Die Krise weitet sich aus

Die Vorzeichen für den jüngsten Schlag der Justiz zeichneten sich bereits Ende des vergangenen Jahres ab. Im Dezember wurden gegen 29 Personen Haftbefehle erlassen. Zu den prominentesten Namen zählte dabei Erden Timur, der ehemalige Vize-Präsident des amtierenden Meisters Galatasaray, sowie ein ranghoher Funktionär des türkischen Fußballverbandes. Der massive Druck durch die Enthüllungen rund um den Wettskandal führte beim TFF seither zu etlichen Rücktritten. Für Fans und Sportwetter bleibt die Situation in der Türkei bis auf Weiteres unübersichtlich, während die Behörden das volle Ausmaß des Netzwerks aufdecken.

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