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Die englische Nationalmannschaft steht im Halbfinale der Weltmeisterschaft, doch statt purer Freude herrscht dicke Luft. Nach dem 2:1-Sieg im Viertelfinale gegen Norwegen in Miami kritisierte Nationaltrainer Thomas Tuchel die Spielweise seines Teams scharf. Doppeltorschütze Jude Bellingham zeigte dafür wenig Verständnis und wehrte sich öffentlich gegen die harten Worte seines Coaches.

Tuchels Generalkritik nach dem Einzug ins Halbfinale

Während die Spieler der Three Lions den hart erkämpften Erfolg im Hard Rock Stadium noch mit den Fans feierten, holte der deutsche Übungsleiter im TV-Interview zum Rundumschlag aus. Obwohl seine Mannschaft den Sprung in die nächste Runde geschafft hatte, zeigte sich der 52-Jährige tief unzufrieden. Die Leistung sei in jeder Hinsicht mangelhaft gewesen. Das Team habe schlampig agiert, das Tempo sei zu gering gewesen und die technischen Fehler zu hoch. Sein hartes Fazit: England habe schlichtweg Glück gehabt.

Ganz unrecht hatte der Ex-Münchner mit seiner Analyse des Spielverlaufs nicht. Die Skandinavier verlangten den Engländern alles ab. Ein aberkannter norwegischer Treffer und eine kuriose Szene vor dem Ausgleich, bei der der Ball die über dem Rasen hängende Spider-Cam berührte, spielten dem Weltmeister von 1966 in die Karten. Dennoch kam die gnadenlose Ehrlichkeit unmittelbar nach dem Kraftakt in der Hitze Floridas überraschend und birgt mächtig Zündstoff für das anstehende Halbfinale.

Bellingham wehrt sich: Manchmal muss man schmutzig gewinnen

Jude Bellingham, der mit seinen beiden Toren der Matchwinner der Partie war, reagierte sichtlich irritiert auf die Aussagen seines Trainers. Der Offensivspieler von Real Madrid, der sich bei der Jubelfeier nach dem Schlusspfiff bei einem Zusammenprall mit Torhüter Jordan Pickford zudem noch leichte Kopfschmerzen zugezogen hatte, ließ die Vorwürfe nicht unkommentiert stehen.

Der 23-Jährige verwies auf die extremen klimatischen Bedingungen und die enorme Physis des Gegners. Laut dem englischen Mittelfeldstar wisse der Trainer womöglich nicht, wie es sei, bei dieser brütenden Hitze gegen bullige Angreifer wie Erling Haaland oder Alexander Sørloth auf dem Platz zu bestehen. Der Spanien-Legionär räumte zwar ein, dass die spielerische Brillanz gefehlt habe, verteidigte aber die kämpferische Leistung der Mannschaft. Bei einem solchen Turnier gewinne man nicht jedes Spiel mit tausend perfekten Pässen. Manchmal gehe es einzig und allein darum, das Ergebnis über die Zeit zu bringen und schmutzig zu gewinnen.

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