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Jude Bellingham hat die englische Nationalmannschaft mit zwei Toren ins Halbfinale der Weltmeisterschaft geschossen. Das Team von Cheftrainer Thomas Tuchel besiegte Norwegen in Miami mit 2:1 nach Verlängerung und darf weiterhin vom ersten WM-Titel seit 1966 träumen.

Zäher Beginn unter den Augen der Prominenz

Bei Temperaturen von weit über 30 Grad und extremer Luftfeuchtigkeit im Stadion der Miami Dolphins entwickelte sich zunächst ein Geduldsspiel. Vor über 64.000 Zuschauern, darunter Prominenz wie David Beckham und Venus Williams, dominierten die Three Lions das Geschehen mit knapp 70 Prozent Ballbesitz. Die Skandinavier ließen sich tief in die eigene Hälfte fallen und setzten auf eine kompakte Defensive. Der Favorit fand gegen dieses Abwehrbollwerk lange keine Mittel. Kopfbälle von Jude Bellingham und Freistöße von Kapitän Harry Kane blieben in der Anfangsphase ungefährlich.

Traumtor schockt England – Kabel-Kontroverse beim Ausgleich

Aus dem Nichts ging der Außenseiter in Führung. In der 36. Minute jagte Andreas Schjelderup den Ball mit 113 km/h unhaltbar für Torwart Jordan Pickford in den Winkel des langen Ecks. Norwegen witterte nun seine Chance, verpasste es aber, die Führung auszubauen. Alexander Sörloth entschied sich bei einem vielversprechenden Konter gegen einen Querpass auf den freistehenden Erling Haaland, verzettelte sich im Dribbling und verlor den Ball.

Diese Nachlässigkeit rächte sich tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Nach einem Zuspiel von Anthony Gordon tankte sich Bellingham mit enormer Wucht in den Strafraum und vollstreckte aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich (45.+2). Der Treffer sorgte für Diskussionen, da der vorangegangene Abstoß des norwegischen Keepers Örjan Nyland angeblich von einem gespannten Kamerakabel abgefälscht worden war. Die FIFA wies diesen Verdacht jedoch nach Prüfung der Spieldaten entschieden zurück.

Die Entscheidung in der Verlängerung

Nach dem Seitenwechsel drängte die Mannschaft von Thomas Tuchel auf die Entscheidung. Ein Treffer von Bayern-Stürmer Harry Kane in seinem 120. Länderspiel wurde kurz vor der Pause wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Norwegen blieb seiner Linie treu, überließ den Briten den Ball und lauerte auf Konter über den Ex-Leipziger Sörloth und Superstar Haaland.

Da in der regulären Spielzeit keine weiteren Treffer fielen, ging die intensive Partie in die Verlängerung. Dort bewies der überragende Ex-Dortmunder Bellingham erneut seinen Torinstinkt. Bereits in der 93. Minute schlug der Mittelfeldspieler zum zweiten Mal zu und besiegelte den mühsamen, aber verdienten Arbeitssieg. Mit diesem Erfolg rückt der ersehnte zweite WM-Coup für die englische Auswahl in greifbare Nähe.

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