Spanien feiert WM-Titel: Millionen Fans bejubeln die Weltmeister in Madrid
Die spanische Nationalmannschaft hat ihren WM-Titel bei einer emotionalen Parade vor Millionen Fans in Madrid gefeiert.
Bundestrainer Julian Nagelsmann holt Manuel Neuer für die anstehende Weltmeisterschaft in Nordamerika in das Tor der deutschen Nationalmannschaft zurück. Diese Entscheidung sorgt weiterhin für reichlich Diskussionsstoff. Nun hat sich Ex-Nationaltorhüter Uli Stein deutlich positioniert und das DFB-Comeback des Schlussmanns vom FC Bayern München scharf kritisiert.
In einer aktuellen Kolumne für den kicker macht Uli Stein aus seiner Meinung keinen Hehl. Zwar gesteht der 71-Jährige dem Münchner Routinier zu, aufgrund seiner immensen Erfahrung und Aura in kritischen Turnierphasen positiv auf die Mannschaft einwirken zu können. Doch auf dem Rasen sieht Stein erhebliche Defizite. Die einstige Extraklasse spreche er dem 40-jährigen Leistungssportler, der zuletzt immer wieder durch Verletzungen aus dem Rhythmus gebracht wurde, mittlerweile ab.
Rückblickend analysiert Stein, dass die Leistungen des langjährigen Kapitäns bereits bei der Winter-WM 2022 in Katar objektiv nicht mehr auf Top-Niveau gewesen seien. Auch beim jüngsten Heim-Turnier habe der Weltmeister von 2014 nicht vollends überzeugen können. Mit Ausnahme des Champions-League-Viertelfinals gegen Real Madrid habe es in den vergangenen zwei Jahren kaum echte Highlight-Spiele gegeben. Stattdessen bemängelt Stein fehlende Dynamik, eine nachlassende Explosivität und unglückliche Gegentore, die oft nur durch die gewohnt ruhige Körpersprache kaschiert worden seien.
Das harte Fazit der Torwart-Legende lässt wenig Spielraum für Interpretationen: Sportlich und medizinisch sei die Entscheidung für den Schlussmann des deutschen Rekordmeisters nicht nachvollziehbar. Er sehe in dieser Rückkehr schlichtweg null Sinn. Auch an einen erfolgreichen WM-Verlauf in Kanada, den USA und Mexiko mit dem Bayern-Keeper als Nummer eins glaubt Stein nicht. Er räumt jedoch ein, dass er im Falle eines sportlichen Triumphes der erste wäre, der einen Irrtum eingestehen würde.
Besonders kritisch beäugt Stein die teaminternen Auswirkungen auf die Konkurrenz. Oliver Baumann, der trotz starker Leistungen nun wieder ins zweite Glied rücken muss, steht vor einer mentalen Belastungsprobe. Sollte der nominelle Stammtorwart trotz seiner aktuellen Wadenblessur rechtzeitig zum Turnier fit werden, droht dem Hoffenheimer unweigerlich die Bank. Stein weist darauf hin, dass Baumann beim jüngsten 4:0-Erfolg gegen Finnland mangels gegnerischer Vorstöße nicht einmal die Chance hatte, sich nachhaltig auszuzeichnen.
Die unklare Hierarchie und die Kommunikation des DFB bergen laut Stein eine beträchtliche Bürde für alle mitreisenden Ersatzkeeper. Er selbst zieht einen drastischen Vergleich zu seiner eigenen aktiven Zeit: Unter diesen Voraussetzungen und bei einem derartigen Vertrauensentzug hätte er kein Verständnis gezeigt und wäre gar nicht erst in den Flieger gestiegen.
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