Fußball-WM: Iran verlegt sein Team-Quartier von den USA nach Mexiko
Der Iran weicht für sein WM-Quartier aufgrund logistischer und politischer Hürden von den USA nach Mexiko aus.
Paukenschlag vor der Weltmeisterschaft: Der in Bonn geborene Stürmer Dennis Eckert Ayensa tritt bei der kommenden WM für die iranische Nationalmannschaft an. Der 29-Jährige rückt überraschend in das Aufgebot von Nationaltrainer Amir Ghalenoei und ersetzt den früheren Leverkusener Sardar Azmoun, der trotz sportlicher Klasse aus politischen Gründen aus dem Kader gestrichen wurde. Eckert Ayensa reist bereits am Montag ins Trainingslager in die Türkei.
Für Dennis Eckert Ayensa erfüllt sich der Traum von der Weltmeisterschaft auf einem ungewöhnlichen Weg. Der ehemalige deutsche U19-Nationalspieler, der eine spanische Mutter und einen deutschen Vater mit persischen Wurzeln hat, hat laut Berichten des iranischen Sportportals „Varzesh3“ die offizielle Spielberechtigung der FIFA erhalten. Bei dem Turnier wird der Angreifer jedoch unter einem neuen Namen auflaufen: Er ist als Dennis Dargahi registriert – dem Nachnamen seines Vaters und seiner Tante, der bekannten iranischen Schauspielerin Anahita Dargahi.
Sportlich bringt der Mittelstürmer wertvolle Erfahrung in das Team. Nach Stationen beim spanischen Erstligisten Celta Vigo sowie dem FC Ingolstadt in Deutschland, steht er seit 2024 beim belgischen Traditionsverein Standard Lüttich unter Vertrag. Dort steuerte der mit einem Marktwert von zwei Millionen Euro dotierte Offensivmann in der laufenden Saison sieben Tore in 35 Pflichtspielen bei. Diese Physis und Torgefahr soll dem iranischen Angriff nun bei der WM zugutekommen.
Der Wechsel im 30-köpfigen Kader hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Der eigentlich gesetzte Offensivstar Sardar Azmoun wird das Turnier verpassen. Der 31-Jährige, der Anfang 2024 von Bayer Leverkusen zum Shabab Al-Ahli Club nach Dubai gewechselt war, wurde bereits im März aus dem Nationalteam verbannt. Auslöser war laut Medienberichten ein Foto auf Instagram, das ihn mit führenden Politikern der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zeigt. Da die VAE US-Militärstützpunkte beherbergen und in geopolitische Konflikte mit dem Iran verwickelt sind, wurde Azmoun die Aktion als unpatriotisch ausgelegt.
Kritische Beobachter der iranischen Sportpolitik vermuten allerdings ein anderes Motiv hinter der Suspendierung. Azmoun hatte in den vergangenen Jahren mehrfach das politische System im Iran öffentlich kritisiert. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Foto in den Emiraten lediglich als willkommener Vorwand diente, um den unbequemen, aber sportlich enorm wertvollen Spieler (Marktwert: sieben Millionen Euro) kurz vor der WM endgültig aus dem Rampenlicht zu nehmen.
Der Iran weicht für sein WM-Quartier aufgrund logistischer und politischer Hürden von den USA nach Mexiko aus.
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