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Beim anstehenden WM-Endspiel am Sonntag in New York weicht die FIFA von bewährten Standards ab. Wegen einer aufwendigen Halbzeitshow mit Weltstars wie Madonna, Shakira und BTS wird die reguläre Pause für die Spieler auf rund 25 Minuten verlängert. Die Veranstalter versprechen ein noch nie dagewesenes Entertainment-Spektakel, doch aus sportlicher Sicht wächst die Sorge vor Verletzungen.

Super Bowl-Flair trifft auf Weltfußball

Das Finale in der US-Metropole, bei dem der amtierende Weltmeister auf den aktuellen Europameister trifft, bietet den Zuschauern eine echte Premiere. Wie der Weltverband mitteilte, verwandelt sich das Spielfeld unmittelbar nach dem Pausenpfiff in eine Konzertbühne. Innerhalb von sechs Minuten soll die gesamte Infrastruktur für die musikalischen Top-Acts aufgebaut sein. Neben Madonna, Shakira und der südkoreanischen K-Pop-Sensation BTS runden Künstler wie Burna Boy und Coldplay das Aufgebot ab.

Produziert wird das elfminütige Show-Intermezzo von der Hilfsorganisation Global Citizen in Kooperation mit der FIFA. Das Ziel des Mega-Events ist es, weltweit Spenden für die Bildung von Kindern zu sammeln. Rechnet man den eiligen Abbau und die notwendige Bewässerung des Rasens hinzu, werden die Mannschaften erst nach knapp 25 Minuten auf den Platz zurückkehren.

Verletzungsrisiko? Regelhüter äußerten stets Bedenken

Mit dieser überlangen Unterbrechung dehnt der Fußball-Weltverband das eigene Regelwerk massiv. Offiziell sehen die Statuten eine maximale Pausenzeit von 15 Minuten vor. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass diese Grenze für das Entertainment überschritten wird. Bereits bei der Klub-WM 2025 sowie beim Endspiel der Copa America 2024 mussten die Profis rund eine halbe Stunde in den Kabinen verharren.

Aus sportmedizinischer Sicht ist diese Entwicklung heikel. Nestor Lorenzo, der kolumbianische Nationaltrainer, warnte bereits nach der Copa America vor den physischen Konsequenzen: Die Spieler würden in der Kabine auskühlen, was die muskuläre Verletzungsanfälligkeit für die zweite Halbzeit deutlich in die Höhe treibe. Genau aus diesem Grund hatte das International Football Association Board (IFAB) eine offizielle Verlängerung der Halbzeitpause bislang strikt abgelehnt. Ob die kalte Muskulatur der Akteure beim kommenden Endspiel tatsächlich zum entscheidenden Faktor wird, bleibt abzuwarten.

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