Die deutsche Handball-Nationalmannschaft startet am Donnerstagabend mit dem Heimspiel gegen Belgien in die Qualifikation für die Europameisterschaft 2028. Am Sonntag folgt direkt das Auswärtsspiel in der Slowakei. Für Bundestrainer Alfred Gislason dienen die beiden Pflichtaufgaben jedoch vorrangig als entscheidendes Casting für die Heim-Weltmeisterschaft im kommenden Januar.

Pflichtaufgaben als Sprungbrett für den WM-Kader

In den Duellen gegen die Belgier und die slowakische Auswahl geht das DHB-Team als klarer Favorit auf die Platte. Laut Gislason seien die Spieler hungrig und qualitativ stark genug, um die Partien bei voller Konzentration souverän für sich zu entscheiden. Wie die „Sportschau“ berichtet, erwartet der Isländer von seiner Mannschaft neben zwei Siegen vor allem einen sichtbaren spielerischen Schritt nach vorne.

Denn die beiden Begegnungen haben über die reine EM-Qualifikation hinaus eine weitaus größere Bedeutung. Sie bieten den Akteuren die letzte ernsthafte Gelegenheit, sich unter Wettkampfbedingungen für das Weltrundenturnier im eigenen Land zu empfehlen. Entsprechend fordert das Trainerteam über die vollen 120 Minuten höchste Einsatzbereitschaft, auch wenn die Gegner sportlich nicht auf Augenhöhe agieren.

„Letzte Chance“: Der interne Konkurrenzkampf

Die hochmotivierte Stimmung innerhalb der Mannschaft bestätigte auch Marko Grgic. Der Rückraumspieler sprach im Vorfeld von einem gewissen Kribbeln und der klaren Vorahnung, in dieser Woche das Maximum abrufen zu müssen. Für ihn und seine Mitspieler geht es schlicht darum, die individuellen WM-Aussichten durch überzeugende Auftritte abzusichern.

Einige Plätze im endgültigen Kader sind allerdings bereits fest vergeben. Etablierte Leistungsträger wie Juri Knorr müssen vor dem anstehenden Großturnier nicht mehr um ihre Nominierung bangen. Für die restlichen Kaderplätze erwartet Gislason hingegen mannschaftliche Geschlossenheit und unbedingten Willen.

Der Fahrplan bis zum Eröffnungsspiel in München

Die Zeit bis zum Start der Weltmeisterschaft drängt spürbar. Bereits am 13. Januar eröffnet die deutsche Auswahl das Turnier mit dem Vorrundenspiel gegen Tunesien in München. Vor diesem Auftakt um 20.30 Uhr stehen Anfang Januar lediglich noch zwei abschließende Testspiele gegen Portugal auf dem Programm.

Bis zu diesen finalen Härtetests am 8. und 10. Januar muss Gislason sein Aufgebot endgültig festgelegt haben. Die aktuellen Qualifikationsspiele gegen Belgien und die Slowakei bilden somit das letzte echte Bewerbungsfenster für jene Nationalspieler, die beim Titelkampf im eigenen Land auf der Platte stehen wollen.

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