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Vier Jahrzehnte des Wartens haben ein Ende: Emil Agyekum hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft die Silbermedaille über 400 Meter Hürden gewonnen. Der deutsche Rekordhalter musste sich in Birmingham mit einer Zeit von 47,87 Sekunden lediglich dem norwegischen Weltrekordhalter Karsten Warholm geschlagen geben. Damit beendet Agyekum eine historische Durststrecke und sichert dem DLV die erste Medaille in dieser Disziplin seit der Legende Harald Schmid.

Karsten Warholm bleibt das Maß aller Dinge

Dass der Weg zu Gold nur über Karsten Warholm führen würde, war bereits vor dem Startschuss klar. Der amtierende Tokio-Olympiasieger, dessen Weltrekord bei unfassbaren 45,94 Sekunden steht, dominierte das Rennen von der ersten Sekunde an. Mit einer Siegerzeit von 46,63 Sekunden lief der 30-jährige Ausnahme-Athlet der Konkurrenz souverän davon. Das bedeutet mir sehr viel, zeigte sich der erfolgsverwöhnte Norweger, der zuvor bereits mit der Mixed-Staffel über 4×400 Meter gesiegt hatte, nach dem Rennen überglücklich.

Für Warholm war es ein ganz besonderer Triumph: Es ist sein vierter EM-Titel über die Hürdenrunde in Serie. Damit überbot er ausgerechnet jenen Harald Schmid, der von 1978 bis 1986 dreimal in Folge triumphiert hatte – allerdings noch im damaligen Vierjahresrhythmus der Europameisterschaften.

Historischer Erfolg und starke deutsche Teamleistung

Auch wenn Agyekum keine reelle Goldchance hatte, ist der Gewinn der Silbermedaille ein Meilenstein für die deutsche Leichtathletik. Bereits vor der EM hatte der Hürdensprinter seine herausragende Form unter Beweis gestellt. Im Juli verbesserte er in London den 48 Jahre alten deutschen Rekord von Harald Schmid um drei Hundertstel auf 47,45 Sekunden.

Sein ehemaliger Trainer Volker Beck, selbst 1980 für die DDR Olympiasieger und einstiger Konkurrent von Schmid, beschrieb seinen früheren Schützling treffend: Emil ist kein Trainingsweltmeister. Er ist ein Wettkampftyp und ein Gefühlsmensch. Diese Nervenstärke bewies Agyekum eindrucksvoll, als er sich auf der Zielgeraden den zweiten Platz sicherte und die Ziellinie wenig später mit der Deutschland-Fahne um die Schultern feierte.

Abgerundet wurde das starke deutsche Abschneiden von Owe Fischer-Breiholz. Der U23-Europameister, der mittlerweile mit Agyekum in einer gemeinsamen Trainingsgruppe arbeitet, belegte in 48,56 Sekunden einen hervorragenden fünften Platz. Zur Bronzemedaille fehlten dem Youngster am Ende lediglich zwei Zehntelsekunden.

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