15

Die deutsche Springreiter-Equipe hat am Freitagabend bei der Weltmeisterschaft in Aachen die Goldmedaille gewonnen. Vor heimischem Publikum sicherte sich das Quartett mit nur 4,48 Fehlerpunkten den ersten Platz in der Teamwertung. Damit krönt sich Deutschland erstmals seit dem Jahr 2010 wieder zum Mannschafts-Weltmeister.

Dominanter Auftritt vor großer Kulisse

Unter Flutlicht und vor 45.000 Zuschauern im Aachener Hauptstadion zeigte die Mannschaft von Bundestrainer Otto Becker eine herausragende Leistung. Marcus Ehning, Sophie Hinners, Daniel Deußer und Richard Vogel verwiesen die Konkurrenz deutlich auf die hinteren Plätze. Belgien sicherte sich mit 11,69 Strafpunkten die Silbermedaille, Bronze ging mit 12,98 Zählern an Großbritannien.

Die Überlegenheit der Gastgeber spiegelte sich in der Streichergebnis-Regelung wider. Obwohl nur die drei besten Ritte pro Nation in die Wertung eingehen, lieferte das deutsche Quartett so konstant starke Runden ab, dass das schlechteste Resultat am Ende nicht einmal benötigt wurde. Der Bundestrainer bezeichnete die Leistung im Anschluss als Werbung für den Springsport und nannte den Titelgewinn hochverdient.

Ehning und Hinners behalten die Nerven

Wie bereits an den Vortagen eröffnete der 52-jährige Marcus Ehning auf seinem Pferd Coolio den Durchgang. Der Routinier hielt dem Druck stand, blieb fehlerlos und absolvierte den Parcours knapp innerhalb des Zeitlimits. Nach Angaben des Reiters zahlte sich eine taktische Anpassung mit zusätzlichen Galoppsprüngen und etwas reduziertem Tempo aus.

Auch die 29-jährige Sophie Hinners verhinderte auf Singclair einen Abwurf an den Hindernissen. Lediglich eine leichte Überschreitung der erlaubten Zeit brachte Deutschland einen einzelnen Strafpunkt ein. Daniel Deußer, der den Titelgewinn gegenüber der Sportschau als unglaubliches Gefühl beschrieb, komplettierte gemeinsam mit Vogel das überragende Mannschaftsergebnis.

Gute Ausgangslage für das Einzel-Finale

Der deutliche Erfolg im Teamwettbewerb verschafft den deutschen Reitern eine hervorragende Ausgangsposition für die Einzelentscheidung am Sonntag. Deußer führt das Zwischenranking aktuell punktgleich mit dem Schweizer Steve Guerdat bei jeweils 0,86 Fehlerpunkten an. Ehning liegt auf dem vierten Platz und befindet sich in direkter Schlagdistanz zu den Medaillenrängen.

Dicht hinter Ehning reiht sich Hinners ein, die sich ebenfalls realistische Hoffnungen auf Edelmetall machen darf. Selbst Vogel besitzt trotz seines derzeitigen 14. Platzes im Tableau noch theoretische Chancen auf einen Podestplatz. Die endgültige Entscheidung über die letzten WM-Medaillen fällt am abschließenden Turniertag.

Verwandte Beiträge

Warum Sportwetten-Magazin vertrauen?