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Der englische Tennissport durchlebt einen beispiellosen Albtraum. Am ersten Spieltag des prestigeträchtigen Wimbledon-Turniers kassierten alle zehn angetretenen britischen Spieler eine Niederlage. Ein derartiger Fehlstart ist in der Geschichte des Rasenklassikers einmalig und löst auf der Insel ein heftiges mediales Beben aus.

Verletzungspech raubt die größten Hoffnungen

Das Unheil an der berühmten Church Road kündigte sich bereits vor dem ersten Aufschlag an. Mit Emma Raducanu und Jack Draper mussten die beiden größten britischen Titelhoffnungen im Vorfeld verletzungsbedingt absagen. Besonders der Ausfall von Draper schmerzt die Gastgeber. Der 24-Jährige gilt als designierter Nachfolger von Sir Andy Murray, konnte aber aufgrund ständiger körperlicher Rückschläge noch nicht dauerhaft in dessen gewaltige Fußstapfen treten. Raducanu, die sensationelle US-Open-Siegerin von 2021, fehlt dem Turnier ebenfalls als dringend benötigtes Zugpferd.

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Historische Pleitenserie schockiert die Fans

Ohne die namhaften Aushängeschilder ruhten die Hoffnungen auf der zweiten Reihe. Doch das erhoffte Wunder blieb aus. Sechs Spielerinnen und vier Spieler flogen direkt in der ersten Runde aus dem Wettbewerb. Bis auf den erfahrenen Cameron Norrie sind die meisten dieser Akteure lediglich absoluten Tennis-Insidern ein Begriff. Der britische Dachverband LTA muss damit die schlechteste Auftaktbilanz seit Beginn der Aufzeichnungen verkraften. Die Serie hätte sogar noch dramatischer ausfallen können, wäre das Match des 23-jährigen Jack Pinnington Jones nicht wegen Dunkelheit unterbrochen worden. Er liegt bereits mit zwei Sätzen im Rückstand.

Britische Presse teilt schonungslos aus

Die heimischen Medien reagierten auf den desolaten Auftritt mit der gewohnten Schärfe. The Sun titelte treffend von einer Brit-Astrophe und nannte es den schlimmsten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. The Times sprach in Anlehnung an das düstere Abschneiden von einem Blue Monday für den heimischen Tennissport, während The Guardian den schwärzesten Tag dieses Jahrhunderts ausmachte.

Millionenbudget der LTA steht unter Beschuss

Die historische Niederlagenserie wirft unweigerlich Fragen zur Effizienz der britischen Talentförderung auf. Die LTA investiert jährlich zwischen 17 und 23 Millionen Euro gezielt in den Spitzensport und den Elite-Nachwuchs. Dieses immense Budget stammt aus einem operativen Gesamtetat von rund 120 Millionen Euro. Ein Blick nach Deutschland zeigt die Diskrepanz auf: Der Deutsche Tennis Bund, der nicht von den satten Einnahmen eines eigenen Grand-Slam-Turniers profitiert, muss mit einem gesamten Jahresetat von lediglich 12 bis 15 Millionen Euro auskommen. Angesichts dieses gigantischen finanziellen Vorteils gerät das britische Fördersystem nach diesem Fehlstart nun massiv unter Erklärungsnot.

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