Seit seinem Wimbledon-Sieg im Juli hat Jannik Sinner kein offizielles Match mehr auf der ATP-Tour bestritten. Nun steht endgültig fest: Der 25-Jährige beendet seine Saison vorzeitig, um eine hartnäckige Knieverletzung auszukurieren. Neue Enthüllungen deuten zudem auf eine angespannte Situation innerhalb seines Betreuerteams hin.

Kommunikationspanne vor Cincinnati: Frust bei Coach Cahill

Die andauernden Knieprobleme des Weltranglistenersten werfen offenbar auch intern Fragen auf. Brad Gilbert, ehemaliger Trainer von Andre Agassi und Coco Gauff, gab im Podcast „Big T“ brisante Einblicke. Demnach soll Sinners Trainer Darren Cahill zuletzt von wichtigen Entscheidungen isoliert worden sein.

Wie Gilbert berichtet, erfuhr Cahill erst extrem spät von Sinners Absage für das Masters-Turnier in Cincinnati im vergangenen August. „Er war auf dem Weg zum Flughafen in Los Angeles, um nach Cincinnati zu fliegen, als er den Anruf bekam, dass sie nicht antreten werden“, zitiert Gilbert seinen guten Freund. Seit diesem Vorfall befinde sich der australische Coach in einer schwierigen Lage und sei „gewissermaßen auf Abruf“, was Gilbert als sehr frustrierend einstuft.

Kniescheibe streikt: Sinner vertraut auf Spezialisten

Die Behandlung der Verletzung gestaltet sich nach Angaben aus Sinners Umfeld komplex, da die Beschwerden an der Kniescheibe nicht konstant auftreten. Laut Gilbert höre der Italiener auf die behandelnden Ärzte, pausiere für einige Tage und beginne dann wieder mit dem Training, ehe der Schmerz zurückkehre. Um das Problem in den Griff zu bekommen, hat Sinner offenbar mehrere Spezialisten in Frankreich und Italien konsultiert.

Diese Herangehensweise sieht Gilbert kritisch. „Jetzt hofft man, dass nicht zu viele Köche in der Küche sind“, warnte der US-Amerikaner vor den Gefahren zu vieler unterschiedlicher medizinischer Meinungen. Eine Operation ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Stattdessen setzt Sinner für den Rest des Jahres auf Erholung und gezieltes Krafttraining.

Für den 25-Jährigen hat der vorzeitige Abbruch der Spielzeit sportlich weitreichende Konsequenzen. Er verpasst unter anderem das prestigeträchtige Saisonfinale in Turin, wodurch Novak Djokovic durch die Nachrücker-Regelung das Turin-Ticket erbt. Damit rückt auch der Verlust seiner Spitzenposition in der Weltrangliste näher, da Verfolger Alexander Zverev nun freie Bahn auf die ATP-Spitze hat.

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