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Vor dem mit Spannung erwarteten Halbfinale der French Open rückt das rein sportliche Geschehen in den Hintergrund. Die ukrainische Tennisspielerin Marta Kostyuk trifft am Donnerstag auf die Russin Mirra Andreeva und kritisiert ihre Kontrahentin scharf für deren fehlende Distanzierung vom russischen Angriffskrieg.

Sportliche Revanche und mentale Stärke

Im Halbfinale des Grand-Slam-Turniers in Paris kämpft Marta Kostyuk um den erstmaligen Einzug in ein Major-Endspiel. Auf dem berühmten Sandplatz erwartet sie mit der erst 19-jährigen Mirra Andreeva aus Krasnojarsk eine bekannte Gegnerin. Erst Anfang Mai konnte die ukrainische Nummer eins das Finale des Masters-Turniers in Madrid gegen genau diese Spielerin für sich entscheiden. Sportlich hat Kostyuk längst gelernt, die besonderen Umstände solcher Duelle auszublenden. Nach ihrem Viertelfinalsieg gegen ihre Landsfrau Elina Svitolina betonte die 23-Jährige, dass es ihr auf dem Platz völlig egal sei, wer auf der anderen Seite des Netzes stehe. Sie sei fokussiert, um hochklassiges Tennis zu spielen und ihre sportliche Leistung abzurufen.

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Klare Worte zur politischen Haltung

Abseits der Seitenlinien sieht die emotionale Lage der Titelanwärterin jedoch völlig anders aus. Der anhaltende Krieg in ihrer Heimat ist für Kostyuk ständige Realität. Dass Spielerinnen wie Andreeva zu den Geschehnissen konsequent schweigen, stößt bei der Ukrainerin auf großes Unverständnis. Sie machte deutlich, dass alle Akteurinnen auf der Tour erwachsen seien und durch soziale Medien sowie Smartphones genau wüssten, was tagtäglich in der Ukraine passiere. Wer es vermeide, darüber zu sprechen, müsse selbst mit dieser Entscheidung leben. Die French-Open-Halbfinalistin wünscht sich jedoch klarere Standpunkte von ihren Kolleginnen, insbesondere wenn unschuldige Menschenleben gefordert werden.

Daria Kasatkina als positives Vorbild

Dass es auch mutigere Wege gibt, mit der Situation auf der Profitour umzugehen, verdeutlichte Kostyuk anhand von Daria Kasatkina. Sie lobte die Kollegin als starkes Beispiel dafür, wie man sich aktiv von Russland distanzieren kann. Kasatkina startet mittlerweile für Australien und scheute nicht davor zurück, sich öffentlich gegen den Krieg zu positionieren. Auch wenn dies ernsthafte Konsequenzen und Bedrohungen für ihr familiäres Umfeld nach sich zog, ließ sich Kasatkina von ihrer Haltung nicht abbringen. Solche konsequenten Schritte untermauern für Kostyuk, dass sich sportlicher Erfolg und ein starker moralischer Kompass im Welttennis nicht ausschließen dürfen.

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