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Klare Verhältnisse im Super Bowl LX: Seattle setzt sich deutlich durch
Die Seattle Seahawks haben den Super Bowl LX klarer gewonnen, als es viele Prognosen erwarten ließen. Im Endspiel der NFL ließ der Favorit im Levi’s Stadium in Santa Clara keine Zweifel daran, wer den Abend als Sieger beenden würde. Seattle setzte sich mit 29:13 gegen die New England Patriots durch. Es war ein kontrollierter, defensiv geprägter Auftritt und zugleich ein Finale, dessen Bedeutung über das Sportliche hinausreichte.
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Madden lag mal wieder richtig
Schon Tage vor dem Kick-off hatte das Madden-Orakel auf Seattle getippt. Die Simulation von „Madden NFL 26“ prognostizierte einen knappen 23:20-Erfolg der Seahawks. Der Sieger stimmte, der Spielverlauf fiel jedoch deutlich klarer aus. Statt Führungswechseln kontrollierte Seattle das Geschehen von Beginn an. Zum fünften Mal in sechs Jahren sagte die Simulation damit den Champion korrekt voraus, unterschätzte jedoch die defensive Dominanz der Seahawks.
Früh zeichnete sich die Richtung dieses Endspiels ab. Seattle bestimmte Tempo und Feldposition, New England fand offensiv kaum Lösungen. Zur Pause führte Seattle mit 9:0, erzielt ausschließlich durch Field Goals. Die Defense dominierte die Line of Scrimmage und zwang die Patriots immer wieder zu kurzen Drives.
Maßgeblichen Anteil am Punktestand hatte Kicker Jason Myers, der mit fünf verwandelten Versuchen einen Super-Bowl-Rekord aufstellte. In der Abwehrschlacht blieben seine Kicks lange die einzigen Highlights. Seattle nahm die Punkte, verzichtete bewusst auf Risiko und vertraute auf die eigene Defensive.
Nach der Halbzeit verschärfte sich das Bild. New England agierte kopflos, Seattle blieb geduldig und wartete auf Fehler. Der entscheidende Moment kam folgerichtig aus der Defense. Ein Strip-Sack gegen Patriots-Quarterback Drake Maye leitete die Vorentscheidung ein. Kurz darauf nutzte Sam Darnold die gute Feldposition zu einem Touchdown-Pass auf Tight End AJ Barner. Der späte Touchdown von Mack Hollins blieb Ergebniskosmetik. Eng wurde es nicht mehr.
Passend zum Spielverlauf wurde anschließend Running Back Kenneth Walker III zum wertvollsten Spieler des Super Bowls gewählt. Mit seinem Laufspiel sicherte er Ballbesitz, kontrollierte das Tempo und nahm der Partie endgültig jede Dynamik. Erstmals seit 1998 erhielt damit wieder ein Running Back die Auszeichnung zum MVP des Endspiels.
Mit Reife und Geduld zum Titel
Besonderes Augenmerk lag auf der Quarterback-Position. Für Drake Maye war es mit 23 Jahren der erste Super Bowl seiner noch jungen Karriere. Erst in seiner zweiten NFL-Saison und mit wenig Playoff-Erfahrung bekam er es mit einer Defense zu tun, die keine Anpassungszeit zuließ. Unter permanentem Druck fehlte ihm die nötige Ruhe. Der Ballverlust im dritten Viertel wurde zum Sinnbild eines Abends.
Auf der anderen Seite reichte dem fünf Jahre älteren Darnold eine fehlerarme, kontrollierte Leistung. Kein Spektakel, kaum Risiko, ein Touchdown-Pass und sauberes Game-Management.
Für Patriots-Headcoach Mike Vrabel ging mit der Niederlage eine historische Chance verloren. Als Spieler hatte er dreimal den Super Bowl mit New England gewonnen, als erster Coach mit derselben Franchise auch als Trainer einen Titel zu holen, wäre ein Novum gewesen. Doch seine Mannschaft erwies sich als noch nicht bereit.
Bad Bunny setzt kulturelles Ausrufezeichen
Sportlich blieb das Finale lange nüchtern, die Halbzeit setzte dafür deutliche Akzente. Bad Bunny rückte puertoricanische Kultur bewusst ins Zentrum der größten Bühne der NFL. Mit „Tití Me Preguntó“, das auch von Buchmachern als wahrscheinlichster Opener gehandelt worden war, eröffnete er ein überwiegend spanischsprachiges Set mit starken Bildern und viel Latino-Energie.
„God bless America, all Americas“, lautete die zentrale Botschaft des Abends. Der Satz machte deutlich, dass Amerika nicht ausschließlich aus den USA besteht, sondern aus vielen Ländern, Kulturen und Identitäten. In politisch aufgeladenen Zeiten erhielt die lateinamerikanische Community so Sichtbarkeit auf globaler Bühne.
Trotz Triumph: Verkauf der Seahawks rückt näher
Abseits des Rasens rückt die Eigentümerfrage in den Fokus. Die Seahawks gehören weiterhin zum Nachlass des 2018 verstorbenen Microsoft-Mitgründers Paul Allen und werden von seiner Schwester Jody Allen verwaltet. Ein Verkauf ist testamentarisch vorgesehen. Berichte deuten darauf hin, dass ein Verkauf kurz bevorstehen könnte. Sollte es dazu kommen, wäre es ein Novum in der NFL, dass ein amtierender Super-Bowl-Sieger unmittelbar nach dem Titelgewinn den Besitzer wechselt.