Die Miami Dolphins planen einen umfassenden Neuaufbau in der NFL und streben eine Trennung von Quarterback Tua Tagovailoa an. Das Franchise aus Florida möchte den Spielmacher bevorzugt traden, statt ihn zu entlassen, doch die komplexe vertragliche Situation des Topverdieners stellt sich als massives Hindernis für einen potenziellen Wechsel heraus.

Fehlendes Vertrauen mindert den Marktwert

Wie aktuelle Medienberichte bestätigen, haben die Verantwortlichen in Miami das Vertrauen in ihren Erstrundenpick aus dem Jahr 2020 verloren. Die sportliche Führung traut dem Linkshänder offenbar nicht mehr zu, das Team aus der aktuellen sportlichen Misere zu führen. Genau diese offene Positionierung der Dolphins erweist sich nun als Bumerang auf dem Transfermarkt. Indem die Franchise signalisiert, dass Tagovailoa sportlich nicht mehr genügt, sinkt die Attraktivität für andere NFL-Teams drastisch. Ein potenzieller Abnehmer müsste bereit sein, einen Vertrag für einen Spieler zu übernehmen, den das abgebende Team selbst als nicht mehr tragbar einstuft – ein klassisches „Reklamationsprojekt“ zu Premium-Preisen.

Die 212-Millionen-Dollar-Hürde

Das Hauptproblem liegt in der erst 2024 unterzeichneten Vertragsverlängerung. Der Kontrakt über vier Jahre und ein Gesamtvolumen von 212,4 Millionen Dollar kettet den Spielmacher finanziell an die Organisation. Während bei der Unterschrift ursprünglich rund 93 Millionen Dollar garantiert waren, ist diese Summe mittlerweile auf über 160 Millionen Dollar angestiegen. Ein realistischer Ausstieg („Out“) aus dem Vertrag greift für die Dolphins erst nach der Saison 2026.

Für die kommende Spielzeit stehen dem Quarterback garantierte 54 Millionen Dollar zu. Diese setzen sich aus einem Grundgehalt von 39 Millionen Dollar sowie einem Roster Bonus von 15 Millionen Dollar zusammen. Letzterer wird bereits innerhalb der ersten drei Tage des neuen Liga-Jahres fällig, was den zeitlichen Druck auf die Dolphins massiv erhöht.

Teure Szenarien für eine Trennung

Ein Trade scheint nur unter extremen finanziellen Zugeständnissen möglich. Da kaum ein anderes Team bereit sein dürfte, das volle Gehaltspaket für Tagovailoa zu übernehmen, müssten die Dolphins kreativ werden. Eine Option wäre die Umwandlung von Teilen des Gehalts (bis zu 37,785 Millionen Dollar) und Boni in einen Signing Bonus. Damit würden die Dolphins dem Athleten effektiv fast 40 Millionen Dollar zahlen, damit er nicht mehr für sie spielt – zuzüglich des wahrscheinlichen Roster Bonus.

Um den Vertrag für einen neuen Arbeitgeber schmackhaft zu machen, wäre Miami wohl gezwungen, zusätzlich attraktives Draft-Kapital – vermutlich einen Pick am zweiten Tag des Drafts – oben draufzulegen. Der geplante Neuaufbau beginnt für die Dolphins somit mit einer teuren Altlast.

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