Das Rätselraten hat ein Ende: Kenneth Walker III hat sich mit dem Titel als Super Bowl MVP in die wohl bestmögliche Verhandlungsposition gebracht. Der Running Back der Seattle Seahawks steht vor seiner ersten Free Agency und könnte nach einer dominaten Postseason sein Gehalt vervielfachen. Während der Markt für Running Backs in der NFL eigentlich abkühlt, heizt der frischgebackene Champion die Preise ordentlich an.

Vom soliden Starter zur unaufhaltsamen Playoff-Maschine

Der Zeitpunkt hätte für den explosiven Ballträger nicht besser sein können. Walker blickt auf eine Saison zurück, die ihn vom verlässlichen Leistungsträger zum absoluten Superstar katapultiert hat. Bereits in der Regular Season überzeugte der Running Back mit 1.027 Yards und einem Schnitt von 4,6 Yards pro Lauf. Besonders seine Fähigkeit, Tackles zu brechen, stach hervor: Laut PFF erzwang er 61 verpasste Tackles – Platz 5 in der gesamten Liga.

Doch erst in den Playoffs zündete der Ex-Rookie den Turbo. Begünstigt durch die Verletzung von Teamkollege Zach Charbonnet schulterte Walker die gesamte Last des Laufspiels – und lieferte historische Werte ab. Mit 313 Rushing Yards und vier Touchdowns führte er alle Running Backs der Postseason an. Besonders beeindruckend: 211 dieser Yards erzielte er erst nach Kontakt. Diese Dominanz auf der größten Bühne der Welt macht ihn nun zum begehrtesten Free Agent auf seiner Position.

Millionen-Poker gegen den Markttrend

Kenneth Walker III trifft auf einen Markt, der für Running Backs eigentlich immer enger wird. Teams investieren ihr Geld lieber in Quarterbacks oder Receiver. Nur absolute Ausnahmen wie Saquon Barkley (20,6 Mio. Dollar/Jahr) oder Christian McCaffrey (19 Mio. Dollar/Jahr) knacken noch die finanzielle Schallmauer. Dahinter fällt das Gehaltsgefüge rapide ab; schon James Conner auf Rang zehn der Bestverdiener erhält "nur" noch 9,5 Millionen Dollar.

Für Walker bedeutet das dennoch einen massiven Geldregen. Sein bisheriger Rookie-Vertrag brachte ihm durchschnittlich lediglich 2,1 Millionen Dollar pro Saison ein. Experten sehen ihn nun in einer Gruppe mit Stars wie James Cook oder Josh Jacobs, die jüngst Verträge zwischen 11 und 12 Millionen Dollar jährlich unterzeichneten. Durch seinen MVP-Titel und die dominante Playoff-Performance dürfte Walker jedoch noch höher pokern. Er hat bewiesen, dass er eine Offense im Alleingang tragen kann – ein Argument, das ihm nun viele Millionen Extra-Geld auf das Konto spülen dürfte.

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