Topfavorit Kanada steht im Eishockey-Endspiel der Olympischen Winterspiele. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Kapitän Sidney Crosby besiegten die Nordamerikaner den Titelverteidiger Finnland in einem dramatischen Halbfinale mit 3:2 (0:1, 1:1, 2:0). Den entscheidenden Treffer zum Sieg erzielte Superstar Nathan MacKinnon erst 35 Sekunden vor der Schlusssirene und bewahrte die Ahornblätter damit vor dem Ausscheiden.

Aufholjagd nach 0:2-Rückstand

Lange Zeit sah es so aus, als würden die finnischen Defensivkünstler erneut triumphieren. Der Olympiasieger von 2022 machte den NHL-Weltstars das Leben schwer und ging effizient in Führung. Mikko Rantanen (17. Spielminute) und Erik Haula (24.) nutzten Unkonzentriertheiten der Kanadier – letzterer sogar in Unterzahl – um eine überraschende 2:0-Führung für den Außenseiter herauszuschießen. Die Kanadier wirkten zeitweise frustriert und bissen sich an der kompakten Abwehr der Skandinavier die Zähne aus.

Die Wende leitete Sam Reinhart von den Florida Panthers ein. In Überzahl gelang ihm in der 35. Minute der wichtige Anschlusstreffer zum 1:2, der dem Favoriten neues Leben einhauchte. Im Schlussdrittel erhöhte Kanada den Druck massiv. Der verdiente Ausgleich fiel in der 51. Minute durch einen wuchtigen Schlagschuss von Verteidiger Shea Theodore (Vegas Golden Knights).

McDavid übernimmt Verantwortung für verletzten Crosby

Besonderer Fokus lag auf Connor McDavid. Der Ausnahmespieler der Edmonton Oilers führte das Team als Kapitän aufs Eis, nachdem Sidney Crosby im Viertelfinale gegen Tschechien (4:3 n.V.) eine Verletzung erlitten hatte. Über den genauen Gesundheitszustand des 38-jährigen Crosby gab der Verband keine detaillierte Auskunft, doch sein Fehlen war spürbar. Trainer Jon Cooper reagierte im Spielverlauf auf den Rückstand und formierte eine „Super-Reihe“ aus McDavid, MacKinnon und Youngster Macklin Celebrini, um die finnische Mauer zu durchbrechen.

Für McDavid geht es am Sonntag (14:10 Uhr) nun um alles. Der 29-Jährige gilt als bester Eishockeyspieler der Welt, wartet aber – ähnlich wie sein deutscher Oilers-Teamkollege Leon Draisaitl – noch immer auf einen bedeutenden Mannschaftstitel. Erst im vergangenen Sommer hatte er das Stanley-Cup-Finale dramatisch gegen Florida verloren.

Dramatisches Ende und Schiedsrichter-Diskussion

Die Entscheidung fiel buchstäblich in letzter Sekunde. Nathan MacKinnon vollendete die Aufholjagd 35 Sekunden vor dem Ende zum 3:2. Der Treffer sorgte jedoch kurzzeitig für Diskussionen: Die finnische Bank protestierte wegen einer angeblichen Abseitsstellung. Brisant war dabei die Ansetzung der Unparteiischen, die kurioserweise aus Kanada stammten. Diese wiesen den Protest jedoch zurück – eine Entscheidung, die sich in den TV-Bildern wohl als korrekt erwies. Damit erhält McDavid die historische Chance, seine Karriere endlich mit Gold zu krönen.

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