Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht in der Viertelfinal-Qualifikation der Olympischen Spiele vor einer entscheidenden Aufgabe. Am Dienstag (12.10 Uhr) trifft das DEB-Team auf Frankreich. Trotz der Papierform mahnt NHL-Stürmer Nico Sturm zur Vorsicht und fordert bedingungslosen Kampfgeist.

Sturm fordert Arbeitssieg: „Nicht in Schönheit sterben“

Nach einer durchwachsenen Gruppenphase geht es für die deutsche Auswahl nun ums Überleben im Turnier. Der Gegner in der sogenannten „Pre-Playoff“-Runde ist Frankreich. Auf dem Papier scheint die Rollenverteilung klar, doch Nico Sturm hebt warnend den Zeigefinger. „Das wird ekelhaft. Wir dürfen nicht in Schönheit sterben, wenn wir weiterkommen wollen“, stellte der Angreifer der Minnesota Wild unmissverständlich klar.

Die Warnung ist begründet: Zwar schlossen die Franzosen ihre Gruppe auf dem letzten Platz ab und kassierten mit einem Torverhältnis von 5:20 die meisten Gegentreffer aller Teilnehmer – darunter eine herbe 2:10-Niederlage gegen Titelverteidiger Kanada am Sonntag –, doch genau diese Ausgangslage birgt Risiken.

Müller mahnt zur Demut: Keine Unterschätzung des Gegners

Auch Kapitän Moritz Müller schlägt in die gleiche Kerbe. Ein Selbstläufer sei das Duell keineswegs. „Man muss demütig sein, dass wir gegen jeden Gegner hier verlieren können“, betonte der 39-jährige Routinier der Kölner Haie. Für Müller ist die mentale Einstellung der Schlüssel zum Viertelfinale: „Ich glaube, das muss in die Köpfe rein. Die Grundtugenden, die uns immer ausgezeichnet haben, müssen einfach da sein. Egal, wie gut die Spieler sind.“

Trotz der defensiven Anfälligkeit bewies die „Équipe Tricolore“ durchaus offensive Qualitäten. Gegen Top-Nationen wie Tschechien (3:6) und Kanada gelangen immerhin fünf Treffer. Angeführt von Alexandre Texier (Montreal Canadiens) legt der Außenseiter eine Effizienz an den Tag, die der deutschen Mannschaft bei den jüngsten Niederlagen gegen die USA (1:5) und Lettland (3:4) phasenweise fehlte.

Stützle genervt von NHL-Debatte

Neben der sportlichen Vorbereitung beschäftigt das DEB-Team auch die Stimmungslage nach den Rückschlägen der Vorrunde. Tim Stützle, der mit vier Treffern bislang erfolgreichste deutsche Schütze des Turniers, äußerte sich kritisch zur öffentlichen Wahrnehmung. Den Stürmer der Ottawa Senators stört der ständige Fokus auf die Nordamerika-Legionäre.

„Mir geht es ein bisschen auf den Keks, dass immer nur alle über die NHL-Spieler reden“, erklärte der 22-Jährige sichtlich genervt. „Es interessiert keinen, wer wo spielt. Jeder muss seine Rolle annehmen. Wir sind eine Mannschaft.“ Diese Geschlossenheit wird am Dienstagmittag nötig sein, um das Ticket für die Runde der letzten Acht zu buchen.

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